Ich habe mich lange Mutmentorin genannt, später Mut- und Umsetzungsmentorin, und irgendwann gemerkt: Kein Mensch versteht auf Anhieb, was eine Mutmentorin eigentlich ist.
Was ich damit gemeint habe, ist trotzdem geblieben.
Ich arbeite mit Frauen, die meistens nicht zu wenig wissen. Eher mit denen, die schon ziemlich viel wissen, Kurse gemacht, Podcasts gehört, Vorlagen gespeichert, Bücher gelesen und sich Gedanken gemacht haben. Und trotzdem an einer Stelle sitzen und denken: Ich weiss doch eigentlich, was ich tun müsste. Warum mache ich es dann nicht?
Oder, etwas weniger freundlich formuliert: Für die Frauen, die sich im Kreis drehen und den elften Kurs kaufen, damit sie den zehnten nicht machen müssen.
Ja, der piekst ein bisschen. Ich kenne ihn auch von mir.
Ich habe selbst Kurs um Kurs gekauft, Dinge verstanden und bei anderen sofort gesehen, wie sie sie anwenden könnten. Nur bei mir war das plötzlich alles viel komplizierter.
Darum geht es bei meiner Arbeit selten darum, dir noch mehr Was hinzulegen. Mich interessiert das Wie.
Wissen ist selten das Problem, wenn die Umsetzung liegen bleibt
Wenn du gestern angefangen hast, brauchst du natürlich Wissen. Wenn du zum ersten Mal einen Newsletter verschickst, darf dir jemand erklären, wo der Knopf ist. Wenn du noch nie ein Angebot gebaut hast, musst du erst einmal wissen, was da überhaupt hineingehört.
Aber irgendwann verändert sich das Problem.
Dann fehlt nicht der nächste Input. Dann liegt genug auf dem Tisch, und trotzdem passiert nichts damit.
Du weisst, dass du regelmässig sichtbar sein solltest, aber du weisst nicht, wie du Content so in deinen Alltag bekommst, dass du nicht jeden Montag wieder bei null anfängst. Du weisst, dass dein Angebot verständlich sein sollte, aber sobald du es beschreiben willst, kommen sieben Dinge gleichzeitig, die unbedingt auch noch gesagt werden müssen.
Und genau an dieser Stelle bringt dir «Du musst sichtbarer werden» ungefähr so viel wie «Du musst dich mehr bewegen», wenn du seit drei Monaten vor deinen Turnschuhen stehst.
Danke. Weiss ich.
Die Frage ist: Wie?
Ich habe darüber schon einmal ausführlicher geschrieben, nämlich warum manche Muster sich erst lösen, wenn jemand von aussen draufschaut.
Fux macht’s einfach hat zwei Bedeutungen, und ich meine beide
Der Satz ist absichtlich doppeldeutig.
Fux macht’s einfach.
Ich mag Dinge einfach. So, dass du verstehst, worum es gerade geht. So, dass aus einem Haufen Gedanken etwas wird, das du anschauen kannst. So, dass du nicht erst drei Modelle lernen musst, bevor du entscheiden darfst, was du am Dienstag machst.
Und dann steckt da noch das andere «einfach» drin: Einfach machen.
Ausprobieren. Abschicken. Veröffentlichen. Entscheiden. Etwas benutzen und schauen, was passiert.
Das eine funktioniert für mich ohne das andere nicht besonders gut.
Wenn wir etwas so lange sortieren, bis es wunderschön aussieht, aber nie nach draussen kommt, haben wir hübsch sortiert. Wenn wir einfach irgendetwas machen, ohne hinzuschauen, können wir dafür sehr effizient in die falsche Richtung rennen.
Ich will mit dir so weit hinschauen und sortieren, dass du einen Schritt wirklich gehen kannst.
Gehen kann ich ihn nicht für dich.
Ich kann mit dir am Küchentisch sitzen, laufen musst du selbst
Das ist wahrscheinlich die ehrlichste Grenze meiner Arbeit.
Du kannst dein ganzes Zeug mitbringen. Die Idee, die du seit Monaten mit dir herumschleppst. Den Post, der fertig ist und trotzdem nicht rausgeht. Die fünf Angebote, bei denen du selbst nicht mehr siehst, was zusammengehört. Die Webseite, an der du ständig etwas änderst, obwohl du längst nicht mehr weisst, welches Problem du damit eigentlich lösen wolltest.
Ich höre zu, frage nach und sehe oft ziemlich schnell Stellen, die du selbst gerade nicht mehr siehst, weil du mitten drin stehst. Manchmal sehe ich auch, dass du dein Problem längst richtig erkannt hast und gar keine tiefere Erklärung brauchst.
Dann sortieren wir.
Und irgendwann kommt der Punkt, an dem aus Reden Tun werden muss.
Da kann ich dir das Wie leichter machen. Ich kann mit dir einen Satz bauen, statt dass du noch zwei Wochen an sieben Varianten denkst. Wir können entscheiden, welcher Post zuerst rausgeht. Wir können einen Ablauf bauen, der morgen wieder auffindbar ist. Wir können aus zehn Ideen eine Reihenfolge machen.
Was ich nicht kann: für dich auf Veröffentlichen drücken und gleichzeitig dafür sorgen, dass du dich dabei vollkommen sicher fühlst.
Wenn du an diesem Punkt sagst: Nein, ich will das nicht tun, dann ist das eine Entscheidung. Auch die darf sein.
Ich verkaufe dir nur nicht die Vorstellung, dass es einen Trick gibt, mit dem Veränderung passiert, während du selbst nichts verändern musst.
Ich war selbst gut darin, noch etwas zu lernen
Das ist der Teil, bei dem ich schlecht von oben herab reden könnte.
Ich kenne das nämlich.
Noch einen Kurs kaufen kann sich wahnsinnig produktiv anfühlen. Du hast etwas getan. Du hast investiert. Du hast neue Lektionen. Vielleicht sogar ein Workbook mit 84 Seiten.
Und vor allem musst du heute noch nichts riskieren.
Das ist der eine Ertappt-Moment dieses Artikels, und der Ausweg ist ziemlich unspektakulär: Bevor du den nächsten Input suchst, schau einmal auf das, was schon da ist.
Was davon hast du noch nie wirklich ausprobiert? Welche Entscheidung hast du schon dreimal getroffen und danach wieder geöffnet? Welcher Satz ist längst fertig, liegt aber immer noch im Entwurf?
Es geht nicht darum, nie wieder einen Kurs zu kaufen. Ich kaufe selbst Weiterbildungen, wenn ich etwas lernen will, das ich noch nicht kann.
Der Unterschied liegt für mich darin, ob ich gerade Wissen brauche oder ob ich mit dem vorhandenen Wissen endlich etwas machen muss.
Das sind zwei verschiedene Situationen. Über die erste habe ich in einem eigenen Artikel geschrieben, nämlich darüber, wie du aufhörst, ständig Kurse zu kaufen. Und wenn du dir unsicher bist, ob du gerade Wissen oder Begleitung brauchst, hilft dir vielleicht der Unterschied zwischen Coaching und Mentoring weiter.
Vielseitig sein macht das Wie wichtiger, nicht unmöglich
Bei mir liegen Business, Content, Systeme, KI, Haare, Öle und noch ein paar Dinge mehr nicht deshalb nebeneinander, weil ich mich nie entscheiden konnte.
Ich sehe Zusammenhänge schnell, gerade weil ich über verschiedene Bereiche hinweg denke.
Und auch bei Kundinnen will ich nicht automatisch etwas abschneiden, nur damit das Business auf eine hübsche Schublade passt.
Vielseitigkeit ist nicht automatisch das Problem. Sie macht nur die Frage nach dem Wie wichtiger.
Wie erklärst du, was zusammengehört? Wie entscheidest du, was heute dran ist, ohne den Rest für immer zu beerdigen? Wie baust du Abläufe, die dich unterstützen, wenn dein Kopf schon bei der nächsten Idee ist? Wie wirst du sichtbar, ohne jeden Tag alles neu zu erfinden? Wie benutzt du KI oder Notion, ohne dass das Werkzeug plötzlich wichtiger wird als das, was du eigentlich sagen wolltest?
Das sind die Fragen, bei denen ich gern mit am Tisch sitze.
Nicht, weil ich dir sagen will, welche Interessen du behalten darfst, sondern weil aus «ich kann so vieles» irgendwann ein handhabbares «das mache ich jetzt» werden muss, wenn dein Business damit arbeiten soll.
Falls dich das gerade beschäftigt: Ich habe aufgeschrieben, warum du dich als Multipotentialite nicht festlegen musst.
Das Ob bleibt bei dir, und das ist kein Haken im Kleingedruckten
Ich kann dir nicht versprechen, dass du nach einem Gespräch alles machst, was wir besprochen haben. Will ich auch nicht.
Du bist nicht bei mir, damit ich dein Business übernehme. Du sollst nach unserer Zusammenarbeit eher mehr Vertrauen in deine eigenen Entscheidungen haben, nicht weniger.
Deshalb bleibt das Ob bei dir.
Ich kann sagen: Weisst du, was mir gerade auffällt?
Ich kann dir zeigen, dass du seit drei Runden dieselbe Ausfahrt verpasst. Ich kann mit dir schauen, welche davon überhaupt deine ist. Ich kann dir helfen, den nächsten Schritt so klein und konkret zu machen, dass du nicht erst ein neues Projekt daraus bauen musst.
Und dann entscheidest du.
Das ist für mich Mentoring.
Ein Blick von aussen, ein gemeinsames Sortieren und dann ein Wie, mit dem du tatsächlich etwas anfangen kannst.
Wenn du längst genug weisst, brauchst du nicht automatisch noch mehr Wissen
Vielleicht sitzt du gerade genau an so einer Stelle.
Du hast genug Ideen, genug gespeicherte Posts, genug angefangene Dokumente und wahrscheinlich auch genug gute Gründe, warum jede mögliche Richtung sinnvoll wäre.
Was fehlt, ist eine Entscheidung, die nicht nach fünf Minuten wieder aufgemacht wird, und ein Wie, das zu deinem echten Alltag passt.
Du musst vorher nicht wissen, wie dein Problem heisst. Bring mit, woran du festhängst.
Dein Takeaway
Bevor du den nächsten Kurs kaufst, nimm dir zehn Minuten und schreib drei Dinge auf: Was liegt bei dir fertig und ist nie rausgegangen? Welche Entscheidung hast du schon dreimal getroffen und wieder aufgemacht? Und was davon könntest du heute in zwanzig Minuten abschliessen?
Wenn auf dieser Liste etwas steht, brauchst du kein neues Wissen. Du brauchst eine Reihenfolge.
Und wenn du beim Sortieren dieser Liste hängen bleibst?
Weil es alleine schwer ist, an der eigenen Arbeit zu erkennen, was zusammengehört und was nur laut ist, schauen wir in der Klartext-Session gemeinsam auf genau eine Stelle. Du bringst mit, woran du festhängst, und gehst mit einem nächsten Schritt raus, der klein genug ist, dass du ihn diese Woche machst.
Füchsische Grüsse, Diana 🦊
Lieber erst reden, bevor du etwas buchst?
Im Kennenlernen schauen wir fünfzehn Minuten, was bei dir gerade läuft und wo der grösste Hebel liegt. Kostenlos.
Ich weiss eigentlich, was ich tun müsste. Warum mache ich es trotzdem nicht?
Weil Wissen und Umsetzen zwei verschiedene Dinge sind. Wenn genug auf dem Tisch liegt und trotzdem nichts passiert, fehlt selten der nächste Input. Meistens fehlt eine Entscheidung, die stehen bleibt, und ein nächster Schritt, der klein genug ist.
Brauche ich dann gar keine Kurse mehr?
Doch, wenn du etwas lernen willst, das du noch nicht kannst. Ich kaufe selbst Weiterbildungen. Der Unterschied liegt darin, ob du gerade wirklich Wissen brauchst oder ob du mit dem vorhandenen Wissen endlich etwas machen müsstest.
Muss ich vorher wissen, woran es bei mir hakt?
Nein. Du musst nicht wissen, wie dein Problem heisst. Bring mit, woran du festhängst, auch wenn es sich unsortiert anfühlt. Das gemeinsame Hinschauen gehört zur Arbeit dazu.
Entscheidest du dann, was ich machen soll?
Nein. Ich zeige dir, was mir von aussen auffällt, und mache den nächsten Schritt so konkret, dass du ihn gehen kannst. Entscheiden tust du. Du sollst nach der Zusammenarbeit mehr Vertrauen in deine eigenen Entscheidungen haben, nicht weniger.
Ich habe mehrere Themen. Muss ich mich erst entscheiden?
Nicht bei mir. Vielseitigkeit ist nicht automatisch das Problem, sie macht die Frage nach dem Wie nur wichtiger. Wir schauen, was zusammengehört und was heute dran ist, ohne den Rest für immer zu beerdigen.
Montags ein Impuls, der zum Alltag passt
Einmal in der Woche schreibe ich dir, woran ich gerade selbst arbeite und was davon für dich brauchbar ist. Du liest, wenn es passt, und antwortest, wenn du magst.


0 Kommentare