Da steht so ein Fläschchen im Regal, geschenkt bekommen oder mal mitgenommen, und seitdem steht es da. Du weisst ja eigentlich, dass man damit was machen könnte, und dann machst du halt doch nichts, weil dir im entscheidenden Moment nichts einfällt.
Ich hab das jahrelang genauso gemacht. Bei mir standen irgendwann sieben oder acht davon rum, und benutzt hab ich zwei. Ja. Also schreib ich dir hier auf, was ich damit wirklich mache, im Alltag, ohne Zeremonie.
Erst mal der Unterschied, weil davon alles andere abhängt
Das ist der Punkt, an dem viele aneinander vorbeireden, und ich fand es ehrlich gesagt selber lange verwirrend. Also ganz kurz und ohne Fachchinesisch:
Duftöl ist meistens ein Parfümöl. Oft synthetisch hergestellt, gemacht damit es gut riecht, sonst nichts. Auf der Flasche steht dann halt «Duftöl Lavendel» und eben nicht, was tatsächlich drin ist.
Ätherisches Öl wird aus der Pflanze gewonnen, destilliert oder gepresst. Auf einer ordentlichen Flasche steht der lateinische Pflanzenname, das Herkunftsland und die Charge. Es riecht deshalb auch nicht immer so gefällig wie ein Parfümöl, weil es eben nicht auf Wohlgeruch getrimmt ist.
Was ich selber benutz, sind ätherische Öle von doTERRA, also keine Duftöle. Das ist kein Detail für Feinschmecker, sondern der Grund, warum ich manche Sachen aus dieser Liste mit dem einen mache und mit dem anderen nicht.
Und eins vorweg, weil es wichtiger ist als alles andere in diesem Artikel: keine Hitze. Also keine Duftlampe mit Teelicht darunter, kein Töpfchen auf der Heizung. Hitze zerlegt die Bestandteile, und dann verdampft nicht das Öl, sondern etwas anderes. Nimm einen Diffuser, der mit Ultraschall oder kalt vernebelt, oder einen Duftstein, ein Stück Filz, ein Holzstäbchen. Kalt und langsam ist ja sowieso die bessere Idee.
Die Faustregel zum Rest: Sobald es Richtung Haut, Putzen oder Selbstgemachtes geht, nimm ein ätherisches Öl, bei dem du auf der Flasche liest, was drin ist. Und alles, was auf die Haut soll, kommt vorher in ein Trägeröl. Immer.
Und noch eine Einordnung, damit klar ist, worum es hier geht: alle zwölf Ideen unten sind äusserliche Anwendungen. Raumduft, Wäsche, Putzen, Haut mit Trägeröl. Innerliche Anwendung ist ein eigenes Thema und hat in so einer Alltagsliste nichts verloren.
Zwölf Sachen, die ich damit wirklich mache
1. Der Duftstein im Auto. Ein Tropfen auf einen Tonanhänger oder auf einen Wattebausch im Lüftungsschlitz, und das war es schon. Hält ein paar Tage.
2. Die Rolle Klopapier. Zwei Tropfen innen auf die Papprolle. Bei jeder Umdrehung kommt ein bisschen Duft raus. Klingt ja lächerlich, funktioniert aber.
3. Der Staubsauger. Ein Tropfen auf ein Wattepad, ab in den Beutel oder den Behälter, dann riecht es beim Saugen nicht mehr nach Staubsauger.
4. Wäsche. Ein paar Tropfen auf ein Wollknäuel oder einen alten Waschlappen und mit in den Trockner. Nicht direkt in die Trommel und nicht auf helle Wäsche, ätherische Öle können halt Flecken machen.
5. Der Allzweckreiniger. Wasser, ein Schuss Essig, zehn bis fünfzehn Tropfen Zitrone oder Teebaum, in eine Sprühflasche. Vor jedem Sprühen schütteln, weil Öl und Wasser sich ja nicht mögen.
6. Der Mülleimer. Ein Tropfen auf ein Stück Küchenpapier, unter den Beutel legen. Das ist der Trick, den ich am längsten nicht kannte und jetzt schon jede Woche mache.
7. Die Duschtablette für Arme. Zwei Tropfen auf den Duschboden, in die Ecke, wo das Wasser nicht direkt hinkommt. Den Rest macht der Dampf.
8. Der Schrank. Zedernholz oder Lavendel auf ein Holzstäbchen oder ein Stück Filz, ab zwischen die Pullis. Riecht eindeutig besser als jede Mottenkugel.
9. Das Kissenspray. Wasser, ein Schluck Alkohol als Vermittler, ein paar Tropfen Lavendel. Auf das Kissen sprühen, bevor du das Bett machst, und nicht erst, wenn du schon drin liegst.
10. Die Handpflege. Ein Tropfen in einen Teelöffel Mandel- oder Jojobaöl, das reicht schon für beide Hände. Nie pur, auch nicht «nur ganz kurz».
11. Das Geschenk. Salz, Zucker oder Natron in ein Glas, ein paar Tropfen dazu, Deckel drauf, Band drum. Wie das ordentlich geht, hab ich in fünf Ideen aufgeschrieben.
12. Der Schreibtisch. Ein Tropfen auf ein Tonplättchen neben die Tastatur, wenn ich mich hinsetz und weiss, dass es jetzt eine Weile dauert. Kein Wundermittel, aber halt einfach ein Signal an mich selbst: jetzt wird gearbeitet.
Und was hier bewusst nicht drinsteht
Ich nutz einige Öle auch innerlich. Aber eben nicht einfach so, sondern nur da, wo ich vorher nachgelesen und nachgefragt hab, ob das für dieses eine Öl überhaupt vorgesehen ist, und dann in wirklich kleiner Dosis. Hochkonzentriertes gehört ja klein dosiert, sonst ist mehr eher schlechter statt besser. Das ist bei mir eine bewusste Entscheidung und keine Gewohnheit, in die ich reingerutscht bin. Und es ist genau deshalb kein Punkt in einer Zwölferliste, sondern eine eigene Sache, die man sich vorher anschaut.
Und weil hier bestimmt gleich jemand fragt: doch, ich berate zu Ölen, ich hab mich darin weitergebildet und mach das nicht aus dem Bauch heraus. Was ich dabei aber nie mache, ist medizinischen Rat ersetzen. Es gibt Situationen, da gehörst du zu deiner Ärztin und nicht in ein Gespräch über Öle, und die erkennt man meistens früher, als man sich eingesteht. In diesem Artikel geht es deshalb ganz bewusst um Alltag: was ich wo hintropfe, und dass es bei mir zum Ritual geworden ist. Genau.
Und ich hab schon gar keine Sammlung mehr. Fünf Öle, die ich wirklich benutz, sind mir eindeutig lieber als zwanzig, die im Schrank altern, oder ne. Welche das bei mir sind und warum, steht in den zehn Basis-Ölen.
Deine fünf Minuten für heute
Hol das eine Fläschchen raus, das am längsten rumsteht, und such dir genau eine Sache aus der Liste. Nicht drei. Eine. Mülleimer oder Klopapierrolle, das dauert ja zwanzig Sekunden.
Was danach passiert, ist eigentlich nicht spektakulär. Du gehst am Abend nochmal dran vorbei, riechst es und denkst: ach ja, stimmt. Genau. Und das ist schon der ganze Punkt, weil aus einer Sache, die du einmal wirklich gemacht hast, viel eher eine Gewohnheit wird als aus zwölf, die du dir nur vorgenommen hast.
Häufige Fragen zu Duftölen im Alltag
Kann ich Duftöl statt ätherischem Öl nehmen?
Für den Duftstein ja, da geht es nur um den Geruch, und bitte in beiden Fällen ohne Hitze, also keine Duftlampe mit Teelicht. Für alles, was auf die Haut kommt oder ins Selbstgemachte geht, würd ich es nicht machen, weil bei einem Parfümöl oft gar nicht draufsteht, was drin ist. Ich benutz selber ätherische Öle von doTERRA, also keine Duftöle, und wenn ich nicht weiss, was in einer Flasche ist, dann kommt sie halt bei mir nicht auf die Haut.
Wie viele Tropfen sind richtig?
Deutlich weniger, als du denkst. Für einen Raum reichen bei mir drei bis fünf Tropfen im Diffuser, und beim Putzmittel zehn bis fünfzehn auf eine ganze Sprühflasche. Ich hab am Anfang viel zu viel genommen und mich dann gewundert, dass es in der Nase beisst.
Sind ätherische Öle bei Tieren im Haus okay?
Da bin ich vorsichtig, ich hab ja selber Hund und Katzen. Katzen bauen manche Bestandteile anders ab als wir. Ich diffusiere deshalb nur kurz, immer bei offener Tür, damit sie rausgehen können, und ich lass nichts offen stehen. Wenn du unsicher bist, frag deine Tierärztin und nicht das Internet.
Wie lange halten die Fläschchen?
Länger als man denkt, wenn sie dunkel und kühl stehen, aber Zitrusöle bauen schneller ab als der Rest. Ich schreib mir das Öffnungsdatum mit Bleistift auf das Etikett, sonst rate ich ein Jahr später rum.
Und wenn du gar nicht weisst, womit anfangen
Dann fang schon gar nicht mit dem Einkaufen an, sondern mit dem, was da ist. Nimm die Flasche, die am längsten steht, und benutz sie diese Woche einmal. So. Wenn du danach Lust auf mehr hast, schau in die Herbst- und Winterrituale, da steht, was bei mir wann im Regal steht.
Wenn dich das hier trifft, dann liest du als Nächstes:
Du weisst nicht, welches Öl zu dir passt?
Mein Öle-Quiz fragt vier Sachen und schlägt dir eine Richtung vor. Zwei Minuten, kein Newsletter, kein Verkaufsgespräch. Zum Öle-Quiz →
Füchsische Grüsse 🦊

0 Kommentare