Diana Fux
Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Mehr als ein Thema: Das Schwerste ist nicht das Erklären, sondern die Reihenfolge (Umfrage)

Pinterest-Pin mit dem Text «16 von 27: Das Schwerste ist die Reihenfolge, nicht das Erklären.»

Du sitzt am Montagmorgen vor deiner Liste, und drei Themen wollen heute alle zuerst dran sein. Also räumst du erst mal das Postfach auf. 😄 Genau das haben mir im September 27 selbständige Frauen mit mehr als einem Thema erzählt. 16 von ihnen finden nicht das Erklären am anstrengendsten, sondern die Entscheidung, woran sie zuerst arbeiten. Und 19 von 27 halten etwas zurück, das sie anbieten könnten.

Das Wichtigste in Kürze

  • 26 von 27 selbständigen Frauen in meiner Umfrage tragen mehr als ein Thema, 16 sogar drei oder mehr.
  • 24 von 27 hören den Rat, sich zu fokussieren. Nur 7 haben deswegen ein Thema aufgegeben, und nur eine bereut es.
  • Das Anstrengendste ist für 16 von 27 die Entscheidung, woran sie zuerst arbeiten. Erklären müssen und der Zweifel, ob es geht, kommen je nur dreimal.
  • 19 von 27 halten etwas zurück, das sie anbieten könnten.

Warum ich gefragt habe

Überall heisst es: such dir eine Nische, fokussier dich. Bisher war meine Haltung dazu eine Meinung. Ich wollte wissen, was mehrere Themen Frauen wirklich kosten, und habe gefragt, statt weiter zu vermuten.

Was ich gewettet hatte

Am 31. August, bevor die erste Antwort da war, habe ich aufgeschrieben: «Ich wette, sie bereuen es nicht. Sie wollen eher verstehen, wie es anders geht, als man das sonst mit dem Fokus sagt, ohne sich zu verlieren.»

Zur Hälfte lag ich richtig. Von den sieben, die auf einen Rat hin ein Thema aufgegeben haben, bereut es eine. Drei finden es richtig, drei sagen «gemischt». Daneben lag ich beim Verlieren: Ob das überhaupt geht, fragen sich nur drei. Womit sie anfangen sollen, fragen sich sechzehn, und zwar jeden Tag.

So habe ich gefragt

Die Umfrage «Wie viele Themen trägst du?» lief den ganzen September 2026 auf meiner eigenen Webseite, die letzte Antwort kam am 28. Geteilt habe ich sie über meine Kanäle und in meinen Communitys. Von 32 Einsendungen bleiben nach dem Bereinigen 27 Frauen, wer doppelt abgeschickt hat, zählt einmal. Zehn sind seit über zehn Jahren selbständig, vier seit weniger als einem Jahr. Das ist keine repräsentative Erhebung, sondern eine Befragung in meinem Umfeld, und viele davon sind Kolleginnen. Gezählt habe ich mit Unterstützung von KI, die Zitate stehen wörtlich da und nur so, wie die Frauen es freigegeben haben.

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24 von 27 hören den Fokus-Rat, aber nur 7 haben deswegen ein Thema aufgegeben

Siebzehn hören ihn regelmässig oder ständig. Sieben haben aufgegeben, sieben fast, dreizehn nicht.

Heike: «Von außen kamen Einwände, dass ich ja fast einen Bauchladen habe, ich solle mich auf 1 einziges Thema konzentrieren.»

Der Rat ist überall. Was du daraus machst, entscheidest du, und die meisten haben anders entschieden.

Aufgeben und nicht zeigen ist nicht dasselbe

Von den sieben, die aufgegeben haben, sagen drei «gemischt». Am meisten gelernt habe ich von einer Antwort, die einen dritten Weg zeigt. Marion: «Mir hat am meisten geholfen, dass ich ganz viele Sachen mache, aber nicht alle Standbeine nach außen zeige. Auf meiner Webseite steht nur, was zusammenpasst.»

Bevor du ein Thema streichst, frag dich: Muss es weg, oder muss es nur nicht vorne stehen?

Das Schwerste ist die Reihenfolge, nicht die Erklärung

Sechzehn von 27 nennen «zu entscheiden, woran ich zuerst arbeite». Danach kommen Content für alle Themen (10) und die Zeit (7). Erklären müssen und der Zweifel, ob es geht, kommen je dreimal.

Eine Teilnehmerin beschreibt es so: «Es ist nicht ein Moment, sondern eine Dauerschleife. […] die tägliche Entscheidung, an welchem Projekt ich jetzt wieder arbeite.» Carina: «so viele Ideen, aber die Umsetzung braucht einfach mehr Zeit. Und in der Zwischenzeit sind wieder neue Ideen da…»

Wer sich selbst berät, dreht sich im Kreis, und zwar nicht, weil ihm die Erlaubnis fehlt. Es fehlt jemand, der mit dir festlegt, was heute zuerst dran ist.

Was das für dich heisst: Du bist nicht allein

Wenn du mehr als ein Thema trägst, bist du in guter Gesellschaft. 26 von 27 Frauen in meiner Umfrage tun das auch, zehn davon seit über zehn Jahren. Du musst dich nicht erst kleiner machen, um ernst genommen zu werden.

Drei Dinge nehme ich aus den Antworten mit, und vielleicht passt eins davon für dich:

  • Nicht alles muss vorne stehen. Ein Thema darf bleiben, auch wenn es nicht auf deiner Startseite steht.
  • Entscheide die Reihenfolge, nicht das Ob. Welches Thema ist diese Woche dran? Die anderen warten, sie verschwinden nicht.
  • Hol dir jemanden dazu, wenn du dich im Kreis drehst. Womit du anfängst, sieht man von aussen oft schneller als im eigenen Kopf.

Und wenn du gerade etwas zurückhältst, das du könntest: Damit bist du nicht allein: 19 der 27 Frauen aus der Umfrage halten auch etwas zurück, das sie anbieten könnten. Stell dich mit dem ganzen Bild hin, das du bist.

Und wo stehst du selbst?
Aus den Antworten der 27 selbständigen Frauen habe ich zwei kurze Quizze gebaut. Im Themen-Quiz siehst du, wo es bei deinen Themen hakt und wo du unter den 27 stehst, und bekommst einen ersten Schritt für diese Woche. Im Schubladen-Check findest du in sechs Fragen heraus, was du gerade zurückhältst, und bekommst einen kleinen Schritt für heute. Bei beiden startest du direkt.

Zum Themen-Quiz →
Zum Schubladen-Check →

Die Stimmen, die mir hängen geblieben sind

  • Gabi: «…egal wie die Kritik „du bist zu viel, zu bunt, zu unspezifisch“ auch ausfällt.»
  • Claudia: «Es einfach auszuprobieren hat mir am meisten geholfen …»
  • Steffi: «Spannung aushalten lernen. Akzeptieren und „umarmen“, dass meine tolle Vielseitigkeit eine Komplexität mit sich bringt, die schmerzhaft ist.»
  • Judith: «Sie sollten Wertschätzung erfahren und nicht nur „Und das machst du auch noch?“ hören.»

Und der Widerspruch, den ich stehen lasse. Meike: «Letzten Endes tatsächlich der Fokus auf eines.» Bea: «Dass ich persönlich keines der Themen aufgeben wollte.» Beides ist richtig, für die jeweilige Frau.

Was ich noch nicht weiss

Ob «etwas zurückhalten» ein fertiges Angebot meint oder eine Idee. Das frage ich nächstes Mal. Und eine Teilnehmerin hätte bei «am anstrengendsten» gern mehr als zwei Kreuze gesetzt. Ich auch. 😄

Wie viele Selbständige haben mehr als ein Thema?

In meiner Umfrage vom September 2026 führen 26 von 27 selbständigen Frauen zwei oder mehr Themen, 16 davon drei oder mehr. Die Befragung ist nicht repräsentativ, sie lief in meinem Umfeld.

Muss ich mich als Selbständige auf ein Thema fokussieren?

24 von 27 Befragten hören diesen Rat, 7 haben deswegen ein Thema aufgegeben. Davon bereut es eine, drei sagen «gemischt», drei finden es richtig. Ein Weg aus den Antworten: ein Thema nicht aufgeben, sondern nur nicht mehr vorne zeigen.

Was ist an mehreren Themen am anstrengendsten?

Für 16 von 27 die Entscheidung, woran sie zuerst arbeiten. Danach folgen Content für alle Themen (10) und die Zeit (7). Erklären zu müssen und der Zweifel, ob es überhaupt geht, nennen nur je drei.

Danke an alle, die mitgemacht haben

Hinter jeder Zahl in diesem Artikel stehen echte Frauen. Diese haben erlaubt, dass ich sie nenne:

Sona Terlohr · Meike · Judith · Steffi · Carolin Stich · Lisa · Gabi · Claudia · Ute · Peggy Schierenbeck · Marion · Marianne

Dazu Carina, Christina, Ana, Bea und Heike. Und alle, die anonym geantwortet haben: Eure Antworten stecken genauso in jeder Zahl. ❤️

Die Umfrage bleibt offen. Wenn du mehr als ein Thema trägst, kannst du hier noch mitmachen. Neue Antworten fliessen in eine spätere Aktualisierung dieses Artikels ein.

Und jetzt du

Wenn du gerade vor deiner Liste sitzt und das Postfach schon sauber ist: In fünfzehn Minuten schauen wir gemeinsam, was bei dir zuerst dran ist. Kennenlernen buchen →

Füchsische Grüsse, Diana 🦊

Diana Fux, Mentorin für selbständige Frauen

Diana Fux · Mentorin für selbständige Frauen · Blick von aussen

Ich bin Diana und begleite selbständige Frauen bei Fragen zu ihrem Angebot, ihren Inhalten und der Umsetzung. Ich denke mit, frage nach und schaue mir an, was schon da ist. Hier im Blog teile ich eigene Erfahrungen über Business und Network, praktische Anregungen für deine Selfcare, Ordnung im System mit Notion und KI und Gastbeiträge anderer selbständiger Frauen. Fux macht's einfach: erst hinschauen, dann mutig los 🦊

Wenn du wissen möchtest, wie wir zusammenarbeiten können, findest du den Überblick bei meinen Angeboten. Angebote →

Du weisst nicht, was davon für dich gerade dran ist? Dann melde dich, ich antworte selbst. Kontakt →

Muster erkennen. Chaos ordnen. Klar entscheiden. Umsetzen.

6 Kommentare

  1. Liebe Diana, eine spannende Umfrage und tolle Ergebnisse, vielen Dank! Ganz spontan und direkt nehme ich diesen Kommentar/Gedanken von Judith mit: «Sie sollten Wertschätzung erfahren und nicht nur „Und das machst du auch noch?“ hören.»
    Genauso! Wie schön, dass wir nicht allein damit sind ☺️
    Herzliche Grüße, Sona

    Antworten
    • Liebe Sona, danke dir! Der Satz von Judith hat mich auch berührt. «Und das machst du auch noch?» klingt harmlos, aber man hört ihn als «Das ist doch zu viel». Dabei ist es oft genau das, was uns ausmacht. Schön, dass du dich wiedergefunden hast, und ja: Wir sind definitiv nicht allein damit 🦊

      Antworten
  2. Liebe Diana,

    dein Artikel zeigt mir, wie viele Schubladen bei mir offen sind und wie viele Projekte nur zu 80 Prozent fertig werden. Irgendwann rappelt es dann, ich setze mich hin, schreibe alles auf und arbeite eins nach dem anderen ab, nur um einen freien Schreibtisch zu haben. Kaum ist er frei, kommt die Kreativität für neue Projekte zurück. Bei mir läuft das wie ein Kreislauf. Danke, dass mich deine Fragen das noch einmal haben sehen lassen.

    Marion

    Antworten
    • Liebe Marion, danke dir für deinen ehrlichen Einblick! Was du beschreibst, kenn ich so gut: offene Schubladen, irgendwann rappelt es, alles abarbeiten, Schreibtisch frei, und schon kommt die Kreativität zurück. Genau so läuft es bei mir auch. Ich finde das heute gar nicht mehr schlimm. Ich weiss inzwischen, dass ich in Zyklen arbeite und meine Phasen mit Hyperfokus habe. Das hab ich akzeptieren gelernt, und ich sag es auch meinem Umfeld ganz offen: So bin ich, so funktioniere ich. Darum kann ich dich total gut verstehen.

      Die eigentliche Frage ist wohl nicht, wie man das abstellt, sondern wie man gut damit umgeht. Genau darum hab ich mir ein System gebaut, und nicht nur, weil ich Technik liebe. Es stützt mich in den Zeiten, in denen die Energie niedrig ist, der Kopf voll oder ich krank bin. So bleibe ich sichtbar und mein Business läuft weiter, bis der nächste Hyperfokus kommt 🦊

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  3. Liebe Diana,
    danke für deine Umfrage und deinen Artikel, beides zeigt: Wir mit den „vielen Themen“ sind nicht allein und für mich zählt eindeutig die Authentizität: Ich reduziere micht nicht auf eines, liebe die Vielfalt, das Bunte – und dafür stehe ich mit meinem Namen 🙂
    Herzlichst
    Gabi

    Antworten
    • Liebe Gabi, danke dir! Rednerin, Dozentin, Autorin und Lektorin, das ist ja selbst schon ein ganz schön bunter Strauss. 😊 Und genau das mag ich an deinem Satz: Du stehst mit deinem Namen dafür. Dann hält das „Wort“ die Themen zusammen und nicht die Schublade. Ich komme gerade selbst kaum dazu andere Blogs zu lesen, aber ich komme gern bei dir mal vorbei. Ersten Eindruck fand ich spannend. 🦊

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