Diana Fux
Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Muss ich mir jetzt abgewöhnen, wie ich immer geschrieben habe?

Die Frauen, die dich lesen, erkennen dich nicht an einem Satzzeichen.

Du liest deinen eigenen Text und bleibst plötzlich an einer Formulierung hängen, die du schon lange benutzt. Ob das jetzt nach KI klingt? Vielleicht hast du irgendwo gelesen, dass bestimmte Wörter oder Satzzeichen verdächtig seien, und auf einmal traust du deiner eigenen Sprache nicht mehr.

Mir ist eine Diskussion begegnet, in der eine Frau überlegte, ihre gewohnten Gedankenstriche wegzulassen. Sie wollte vermeiden, dass ihre Texte für KI-Texte gehalten werden. Seitdem lässt mich die Frage nicht los, wie viel wir an unserer Sprache verändern möchten, nur weil sie inzwischen auch aus einem Programm kommen könnte.

Ein Satzzeichen erzählt nicht, wer den Text geschrieben hat

Ein Gedankenstrich beweist keine KI-Nutzung. Genauso wenig macht ein Text ohne Gedankenstriche automatisch eine persönliche Stimme hörbar. Woher ein Text kommt, sieht man ihm an einem einzelnen Zeichen nicht an.

Es gibt Formulierungen, die mir inzwischen auf die Nerven gehen, weil sie überall auftauchen und wenig sagen. Die streiche ich. Eine Wendung, die schon lange zu deiner Sprache gehört, würde ich aber nicht allein deshalb verbannen, weil inzwischen auch eine KI sie benutzt. Sonst bestimmen solche Verdachtslisten mehr über deinen Ton als du selbst.

Sonst sitzt du am Ende vor deinem Text und kontrollierst jedes Komma wie beim Grenzübertritt. Dabei wolltest du einer Leserin etwas erzählen.

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Meine Sprache darf meine bleiben

Ich mag Sätze, in denen ein Gedanke weiterfliesst. Ich verbinde viel mit Kommas, und lange Gedankenstriche passen für mich nicht dazu. Das ist meine Vorliebe, daraus folgt keine Regel für alle anderen.

Mir ist wichtiger, ob ich beim Lesen wiederfinde, was ich sagen wollte. Würde ich diesen Vergleich selbst verwenden? Passt die Haltung zu mir? Sind die Worte verständlich für die Frauen, mit denen ich arbeite?

Wenn ich einen Text nur deshalb behalte, weil er professionell klingt, obwohl ich so nie reden würde, hilft mir auch die schönste Formulierung wenig. Ich möchte ja, dass eine Frau mich beim Lesen ein Stück kennenlernen kann.

KI darf beim Formulieren helfen

Ich arbeite mit KI und möchte das nicht verstecken. Sie kann Gedanken ordnen, Varianten schreiben oder eine Stelle verständlicher machen. Dabei darf auch ein guter Satz entstehen, auf den ich allein vielleicht nicht gekommen wäre.

Bei erfundenen Erlebnissen und Kundinnenzitaten ist für mich Schluss, auch wenn sich der Absatz noch so gut liest. Wer meinen Namen darunter sieht, soll sich darauf verlassen können, dass ich für die Aussagen einstehe. Ein ausgedachtes Beispiel kennzeichne ich als Beispiel. Eine Geschichte als selbst erlebt zu erzählen, obwohl sie aus einem Programm kommt, finde ich unehrlich.

Ich möchte ausserdem entscheiden können, welche Vorschläge ich übernehme. Manchmal trifft eine Fassung meinen Ton gut. Manchmal ist sie glatt, aber ich erkenne mich darin kaum wieder. Dann lohnt es sich, die konkrete Stelle zu benennen, statt dem Programm nur «menschlicher schreiben» hinzuzuwerfen und auf ein Wunder zu warten.

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So kannst du deinen Text prüfen

Lies einen Absatz laut und achte darauf, wo du automatisch anders formulierst. Vielleicht würdest du ein einfacheres Wort benutzen oder zwei kurze Sätze miteinander verbinden. Diese Stellen geben dir brauchbare Hinweise.

Du kannst auch einen älteren Text danebenlegen, von dem du weisst, dass er nach dir klingt. Welche Wörter benutzt du dort? Wie erklärst du etwas? Wo bist du direkt, wo erzählst du ausführlicher?

Es geht dabei nicht darum, deinen Stil für immer festzuschreiben. Du darfst heute anders schreiben als vor drei Jahren. Die Frage ist, ob die Veränderung dir gefällt und zu dem passt, was du sagen möchtest.

Wenn du mit KI arbeitest, gib ihr konkrete Rückmeldung. Zum Beispiel, dass sie dir keine Erfahrungen ergänzen soll, dass du zusammenhängende Absätze möchtest und dass eine bestimmte Formulierung nicht aus deinem Mund käme. Mit echten Textbeispielen wird verständlicher, was du meinst.

Du musst nicht gegen jeden Verdacht anschreiben

Menschen können einen Text für KI-generiert halten, obwohl du ihn selbst geschrieben hast. Du wirst diese Vermutung nicht mit einer Liste verbotener Wörter zuverlässig verhindern.

Was du beeinflussen kannst, ist die Qualität deiner Aussagen. Sind sie nachvollziehbar? Ist ein Beispiel wahr oder klar als Beispiel erkennbar? Hilft der Text der Frau, die ihn liest? Und möchtest du deinen Namen daruntersetzen?

Für mich gehört die Verantwortung für einen veröffentlichten Text zu der Person, deren Name daruntersteht. Ich will ihn lesen, seine Aussagen prüfen und entscheiden, ob ich ihn so sagen würde. Ein Text, der jeden Stiltest besteht und der Leserin nichts zu sagen hat, ist dadurch noch kein guter Text.

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Was du dich vielleicht noch fragst

Darf ein Text mit KI-Unterstützung trotzdem nach mir klingen?

Ja. Du kannst deine Gedanken, Erfahrungen und Sprachbeispiele einbringen und die Vorschläge sorgfältig auswählen. Entscheidend ist, dass du die Aussagen prüfst und die Fassung wirklich vertreten möchtest.

Soll ich alles streichen, was häufig in KI-Texten vorkommt?

Streich, was unpassend, leer oder unnötig ist. Ein gebräuchliches Wort allein macht deinen Text nicht schlechter. Schau auf den ganzen Absatz und darauf, was er vermittelt.

Wie gebe ich meiner KI eine brauchbare Stilvorgabe?

Zeig ihr einen eigenen Text und benenne, was daran erhalten bleiben soll. Ergänze konkrete Beispiele für Formulierungen, die du nicht möchtest. Deine Rückmeldung zu einer echten Fassung ist oft hilfreicher als eine lange Sammlung allgemeiner Adjektive.

Wenn du dir für die Zusammenarbeit mit KI einen festen Aufbau wünschst, schau dir mein KI-System an. Dort kannst du prüfen, ob dieser Rahmen zu deiner Arbeitsweise passt.

Füchsische Grüsse, Diana 🦊

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Diana Fux, Mentorin für selbständige Frauen

Diana Fux · Mentorin für selbständige Frauen · Blick von aussen

Ich bin Diana und begleite selbständige Frauen bei Fragen zu ihrem Angebot, ihren Inhalten und der Umsetzung. Ich denke mit, frage nach und schaue mir an, was schon da ist. Hier im Blog teile ich eigene Erfahrungen über Business und Network, praktische Anregungen für deine Selfcare, Ordnung im System mit Notion und KI und Gastbeiträge anderer selbständiger Frauen. Fux macht's einfach: erst hinschauen, dann mutig los 🦊

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