Diana Fux
Umsetzungs-Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Ich sitze stundenlang in Canva und mir gefällt gar nichts.

Ich sitze stundenlang in Canva und mir gefaellt gar nichts.

«Canva ist auch ein Thema, was ich überhaupt nicht hinkriege, weil da sitze ich stundenlang und mir gefällt gar nichts.»

Das hat mir eine Frau in einem Gespräch gesagt, im August, ganz nebenbei, als es eigentlich um etwas anderes ging. Bei ihr lief im Hintergrund die ganze Zeit die Spülmaschine, und sie hat sich zwischendurch einmal dafür entschuldigt. Zwei Sätze später kam der Nachsatz, und der war der eigentliche: «Ich kriege es einfach nicht hin, dass es mir gefällt, wie ich es mache.»

Deshalb postet sie nicht. Nicht weil ihr nichts einfällt. Sie hat Ideen für drei Monate. Sie kommt nur nie an dem Punkt vorbei, an dem aus dem Gedanken fertiger Content werden soll.

Ich habe danach etwas gebaut, das genau das lösen sollte. Und zwei Wochen später war es nicht zu gebrauchen. Warum, steht weiter unten, das ist der unangenehme Teil.

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Das ist kein Geschmacksproblem, das ist ein Entscheidungsproblem

Der übliche Rat lautet: nimm eine Vorlage. Es gibt Tausende, sie sind schön, sie sind kostenlos, du musst nur noch deinen Text reinschreiben.

Und genau da fängt es an.

Denn eine Vorlage nimmt dir nicht die Entscheidungen ab, sie stellt sie dir nur schöner. Welche der vier Farben nimmst du. Passt die Schrift zu dir oder ist die nur da, weil sie in der Vorlage stand. Ist das jetzt zu bunt. Und die Frage darunter, die keine Vorlage beantwortet: sieht das aus wie ich?

Beim nächsten Post stehen dieselben Fragen wieder da. Und beim übernächsten. Du triffst dieselben Entscheidungen zwanzig Mal, jedes Mal ein bisschen anders, und deshalb sieht dein Content nach zwanzig verschiedenen Frauen aus. Das ist der Punkt, an dem der Verdacht aufkommt, man hätte einfach kein Auge dafür.

Haben sie aber. Sie haben nur kein Gedächtnis im Werkzeug.

Die vier Entscheidungen, die du genau einmal triffst

Wiedererkennbar wird ein Feed nicht durch Talent. Er wird es durch Wiederholung. Und Wiederholung entsteht, wenn vier Dinge feststehen und du sie nicht mehr anfasst:

  • Deine vier Farben. Nicht acht. Vier, und jede hat eine Aufgabe: Fläche, Text, Überschrift, Akzent.
  • Deine zwei Schriften. Eine für Überschriften, eine für alles andere.
  • Dein Format. Was baust du regelmässig, eine Karte, ein Karussell, eine Story-Kette.
  • Dein Satz. Nicht das Thema. Der Satz, den eine Frau wirklich sagen würde.

Der letzte ist der wichtigste und der einzige, der Arbeit macht. Die ersten drei entscheidest du an einem Nachmittag und nie wieder. Deshalb ist «schön machen» auch der falsche Anspruch. Der richtige ist: gleich machen.

Vier Farben, zwei Schriften, einmal gesetzt, und jeder Content danach erbt sie.
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Was für Canva spricht, ehrlich

Canva ist nicht das Problem, und es wäre billig, so zu tun. Es kann tausend Dinge, die mein Werkzeug nicht kann, und es kann sie gut. Wenn du gerne gestaltest, wenn dich ein leeres Blatt anzieht statt lähmt, wenn du für Kundinnen Präsentationen baust: bleib da. Du bist nicht gemeint.

Gemeint bist du, wenn du das Programm öffnest und danach zwei Stunden weg sind und kein Content draussen ist. Eine Frau hat mir das so beschrieben: sie hat einmal vier, fünf Stunden an einem Setup gesessen. Danach zieht es sie zwar wieder hin, «und dann mache ich es wieder ewig nicht». Das ist kein Faulheitsproblem. Es ist die Länge des Blocks, die davor steht.

Und dann gibt es den Moment, an dem eine aussteigt. Eine Frau hat unter einem Beitrag von mir kommentiert, sie habe diese Woche einfach mal ein Bild mit Text darunter veröffentlicht, ohne vorher etwas in Canva vorzubereiten, und es fühle sich sehr gut an. Das war kein Design-Fortschritt. Das war ein Erleichterungs-Fortschritt.

Der Fehler, den ich beim Bauen selbst gemacht habe

Ich hatte für dieses Problem ein Paket gebaut. Vorlagen, Anleitungen, alles ordentlich in einer ZIP-Datei. Ich war ziemlich zufrieden damit.

Dann kam eine Frage, die alles umgeworfen hat: wie soll jemand das benutzen, der mit Code wirklich nichts am Hut hat?

Ich habe nachgezählt statt zu argumentieren. 18 Dateien im Paket. Neun davon waren Anleitungen, also die Hälfte. Von vier Vorlagen speicherte keine einzige irgendetwas: wer seine vier Farben eintrug und den Tab schloss, fing beim nächsten Mal wieder bei null an. Und weil jede Vorlage die Farbe intern anders benannte, musste man sie in jeder einzeln neu setzen.

Ich hatte also ein Produkt gebaut, das denselben Fehler machte wie Canva. Es stellte dieselben Entscheidungen immer wieder neu, nur mit weniger Vorlagen.

Das Paket gibt es nicht mehr. Was es jetzt gibt, ist eine einzige Seite mit fünf Reitern, auf der die Marke einmal gesetzt wird und danach liegen bleibt. Ein Link, kein Ordner, nichts zu verwalten. Ich schreibe das hier auf, weil ich lieber zeige, wo ich danebenlag, als so zu tun, als wäre das gleich richtig gewesen.

Wenn du viele Themen hast, wird das Ganze grösser, nicht kleiner

Und noch etwas, das selten dazugesagt wird: wer vielseitig unterwegs ist, muss nicht einen Content-Strang bedienen, sondern vier. Bei mir sind das Begleitung, Gemeinschaft, KI-System und Network. Jeder Strang will eigenen Content, und wenn jeder seine eigene Optik entwickelt, zerfällt die Marke in vier kleine.

Genau dann tut eine einmal gesetzte Handschrift am meisten. Sie hält die vier Themen sichtbar zusammen, und das schafft sonst nichts, was du dir vornimmst. Wie das mit dem roten Faden zusammengeht, steht in Niemand versteht, was ich eigentlich mache.

Wofür das hier nicht gilt

Wenn dein Content heute schon einheitlich aussieht und du damit zufrieden bist, ändere nichts. Wenn dein Content Bewegtbild ist, Reels, Schnitt, Ton, ist das hier der falsche Weg, dafür ist es nicht gebaut. Und wenn dein Problem nicht die Optik ist, sondern dass du nicht weisst, was du sagen willst, dann fang nicht bei den Farben an. Dann fang bei den Sätzen an, die du sowieso schon sagst.

Zum Mitnehmen:
Du sitzt nicht stundenlang fest, weil dir das Auge fehlt. Du sitzt fest, weil dir das Werkzeug bei jedem Stück Content dieselben vier Entscheidungen neu stellt. Triff sie einmal, schreib sie irgendwo fest, und lass sie dann in Ruhe. Sichtbar werden kommt vor gut aussehen, in dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

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Häufige Fragen

Ich kann wirklich nicht gestalten. Reicht das trotzdem?

Ja, weil du nichts gestaltest. Du legst einmal vier Farben und zwei Schriften fest und tippst danach nur noch Text ein. Das Layout steht schon.

Muss ich Canva dafür kündigen?

Nein. Viele nutzen beides: das Werkzeug für das, was regelmässig rausgeht, Canva für Einzelstücke. Es geht nicht gegen ein Programm, es geht gegen die Wiederholung derselben Entscheidungen.

Brauche ich dafür ein Konto oder ein Abo?

Nein. Du bekommst einen Link, alles läuft in deinem Browser, deine Eingaben bleiben dort. Einmal zahlen, kein Abo, keine Anmeldung.

Was ist, wenn ich meine Farben gar nicht kenne?

Dann nimmst du eine der fertigen Farbwelten und änderst sie später. Wichtiger als die richtige Farbe ist, dass es überall dieselbe ist.

Funktioniert das auch auf dem Handy?

Ja. Deine Marke lässt sich als kurzer Code mitnehmen, damit du sie am Handy nicht neu eintippen musst. Fürs Schreiben längerer Texte ist ein grösserer Bildschirm trotzdem angenehmer.

Wie lange dauert das Einrichten?

Die Marke ist in etwa zehn Minuten gesetzt. Danach kostet eine Karte ein paar Minuten, weil die Entscheidungen schon getroffen sind.

Jeden Montag eine Sache, die du sofort umsetzen kannst. In unter 5 Minuten.
Der Montags-Impuls: direkt, konkret, kein Hochglanz.

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Füchsische Grüsse, Diana 🦊


Diana Fux, Umsetzungs- und Mut-Mentorin für leise und vielseitige Frauen

Diana Fux

Ich bin Diana, Umsetzungs- und Mut-Mentorin für selbständige Frauen. Du kannst dein Fach, und trotzdem hängt es an einer Stelle. Du bist halt einfach zu nah dran.

Du machst schon viel. Ich schaue von aussen drauf und sage dir, was davon wirklich trägt, statt dass du noch mehr vom Falschen tust. Hier stehen Beiträge übers Business und Beiträge über Haare und Öle. Das ist kein Durcheinander, das ist dieselbe Frau: die, die alles allein macht und für alle sorgt ausser für sich.

Du weisst nicht, was davon für dich gerade dran ist? Dann melde dich, ich antworte selbst. Kontakt →

Muster erkennen. Chaos ordnen. Klar entscheiden. Umsetzen.


Was hat's bei dir ausgelöst?

Zustimmung, Widerstand, Fragezeichen, alles willkommen. Schreib mir was dich bewegt hat. Genau das macht aus einem Artikel ein echtes Gespräch.

Ich freue mich von dir zu lesen. 🦊

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