«Ich lass es mal sacken.»
Diese Woche stand der Satz wieder in einer Nachricht an mich, von einer Frau, die eigentlich schon alles wusste: Sie fand das Thema passend, den Weg sinnvoll, sie hatte Vertrauen. Und dann kam er trotzdem.
Kennst du ihn? Von dir selbst, mein ich.
Ich kenne ihn gut, ich hab ihn selbst oft genug benutzt, bei Entscheidungen, die innerlich längst gefallen waren. Und wenn ich ehrlich bin: gemeint hab ich damit fast nie «ich brauche Zeit zum Nachdenken». Gemeint hab ich «ich trau mich noch nicht».
Warten fühlt sich wie Sorgfalt an
Das Fiese an diesem Satz ist ja, dass er sich so vernünftig anfühlt. Wer sacken lässt, wirkt überlegt, gründlich, erwachsen. Niemand kann dir einen Vorwurf machen, du hast ja nicht Nein gesagt, du prüfst nur noch.
Nur gibt es bei den meisten Dingen, die wir sacken lassen, gar nichts mehr zu prüfen. Du weisst es längst. Nicht ungefähr, nicht «irgendwie», du weisst ganz genau, was du tun solltest, welcher Schritt fehlt, welches Angebot endlich raus müsste, welcher Text seit drei Wochen im Entwurf liegt, und trotzdem sitzt du heute Abend wieder an derselben Stelle wie letzte Woche.
Das hat mit Versagen nichts zu tun, es ist etwas viel Menschlicheres: Warten fühlt sich an wie Sorgfalt und ist meistens Schutz. Solange du sacken lässt, kann nichts schiefgehen, und solange du prüfst, kann dich niemand beurteilen. Genau.
Am Wissen liegt es schon mal nicht
Weisst du, was mich jedes Mal wieder trifft, wenn eine Frau zum ersten Mal mit mir spricht? Wie viel sie weiss. Sie kennt ihre Zielgruppe, sie hat Ideen für Angebote, sie hat mindestens zwei Kurse gemacht und irgendwo eine Notion-Seite mit 47 Ideen, die darauf warten, endlich umgesetzt zu werden.
Wir leben in einer Zeit, in der es für jede Frage drei Antworten gibt, für jedes Problem fünf Frameworks und für jedes Thema einen Podcast. Und trotzdem stecken kluge, erfahrene, engagierte Frauen fest. Lesen und Tun sind halt einfach zwei verschiedene Dinge.
Falls du dich hier wiedererkennst: warum du nicht umsetzen kannst, obwohl du alles weisst, hab ich schon mal ausführlich aufgeschrieben. Heute geht es mir um den Moment davor, um den Satz, mit dem wir uns das Warten schönreden.
Kostenlos heisst nicht hürdenlos
Die Frau mit dem Sacken-Satz hätte übrigens nur ein Gespräch buchen müssen. Kostenlos, 15 Minuten. Und da hab ich diese Woche eigentlich erst richtig verstanden: kostenlos heisst noch lange nicht hürdenlos.
So ein Gespräch kostet keinen Franken und trotzdem einiges: einen Termin, an dem du dich zeigst. Die Vorstellung, dass da eine Verkaufssituation auf dich warten könnte. Und diese leise Frage, ob du überhaupt «so weit» bist. Das kostet Mut. Und Mut wird beim Warten eher kleiner, oder?
Was ein Blick von aussen ändert
Ich erinnere mich an eine Kundin, die mir erzählte, sie habe ihr Angebot zwölf Mal überarbeitet. Zwölf Mal. Preise geändert, Texte neu geschrieben, Zielgruppe angepasst, wieder zurück. In unserem ersten Gespräch haben wir zwanzig Minuten gebraucht.
Ich bin dabei kein bisschen schlauer als sie, ich sitze nur nicht in ihrem Kopf: Ich konnte von aussen reinschauen, ich hab gehört, was sie sagte, und auch, was sie nicht sagte, und nach hunderten Gesprächen mit selbständigen Frauen erkenne ich das Muster, das sich durch ihre letzten drei Sätze zieht. Bei sich selbst ist man immer zu nah dran. Ja.
Wissen bringt dich bis zur Tür. Ins Tun kommt man im Gespräch.
Wie lange weisst du es schon?
Ich frag dich direkt: Wie lange weisst du schon, was du tun solltest? Einen Monat? Drei? Länger?
Jede Woche, die du wartest, kommt nicht zurück. Für dein Business nicht, für dein Einkommen nicht, und für dein Vertrauen in dich selbst schon gar nicht. Ich sage das ohne Druck, ich kenne den Moment selbst, in dem man merkt: das hätte ich vor einem Jahr schon angehen können. So.
Zum Mitnehmen: Nimm dir zehn Minuten und schreib eine einzige Sache auf, von der du weisst, dass sie dran wäre. Daneben schreibst du, seit wann du das weisst und was du seitdem stattdessen getan hast. Nicht urteilen, nur hinschauen. Und wenn da «erst mal sacken lassen» steht, weisst du jetzt, was das meistens heisst.
Und falls du beim Lesen an eine ganz konkrete Sache gedacht hast, die bei dir seit Wochen liegt: dann bring sie mit.
Füchsische Grüsse, Diana 🦊
Bei dir liegt so eine Sache seit Wochen?
Bring sie mit ins Erstgespräch: 15 Minuten, kostenlos, kein Verkaufsgespräch. Du zeigst mir, wo du festhängst, ich zeig dir live, wie ich es anpacken würde, und du gehst mit einem konkreten nächsten Schritt raus. Hier einen Termin schnappen.
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