Diana Fux
Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Monatsrückblick September 2026: Weniger Türen, höhere Preise, eine verlorene Wette

Pinterest-Pin mit dem Text «Was nie ein Ende angekündigt hat, wird beim Aufhören auch nicht vermisst.»

Du hast fertige Beiträge im Ordner liegen, gut geschrieben, für diese Woche geplant, und du postest keinen davon. Bei mir lagen Anfang September vier Texte für LinkedIn bereit, und keiner ist rausgegangen. Und dann kam das, womit ich nicht gerechnet hatte: niemand hat es gemerkt. Es kam keine Nachfrage, und niemand hat gefragt, wo ich bleibe.

Ich hab eine Weile auf diese Stille geschaut, und dann hat sie mir den ganzen Monat sortiert. Was nie ein Ende angekündigt hat, wird beim Aufhören auch nicht vermisst. Und diese Frage zieht sich durch meinen September: wo hab ich etwas offen stehen lassen, das eigentlich eine Entscheidung gebraucht hätte?

Im September hab ich deshalb Angebote zusammengelegt, meine Preise angehoben und zum ersten Mal eigene Zahlen erhoben, statt zu raten. Bei den Zahlen hab ich vorher gewettet und verloren. Der September in drei Gedanken, und ein paar Dingen mehr.

1. Weniger Türen, und die, die bleiben, dürfen auch mal zugehen

Bis Anfang September hatte ich zwei Gemeinschaften, das SoulNet und das Kollektiv. Stell dir zwei Tafeln Schokolade vor, eine normale und eine mit Nüssen: fast dasselbe, und trotzdem musste man sich jedes Mal entscheiden. Dabei steckten beide längst in einem gemeinsamen Angebot, dem Hafen. Seit dem 4. September gibt es SoulNet und Kollektiv deshalb nicht mehr als eigene Produkte, ihr Kern lebt im Hafen weiter: dem Ort, an dem du als selbständige Frau ankommen darfst und nicht mehr allein über deinen Themen brüten musst. Ein paar Tage später hab ich neun alte Angebote ins Archiv geschoben, die dort noch herumstanden, als gäbe es sie.

Der Satz, der mir dabei am meisten geholfen hat, stammt von mir selbst, ich hab ihn mitten im Aufräumen ausgesprochen: «Ich hab ja nie ein Datum gesetzt, also keine Handlung gefordert, alles stand immer da und hatte immer die Tür offen.»

Schau mal kurz auf deine eigene Angebotsseite. Stehen da fünf Möglichkeiten nebeneinander, alle offen, keine mit einem Datum, und du wartest darauf, dass sich jemand entscheidet?

Und beim Hafen hab ich endlich aufgeschrieben, was er nicht ist. Er ist kein Kurs und kein Ersatz für eine Einzelbegleitung, er ist weniger intensiv, dafür langfristig. Im Hafen kaufst du keine Leistung, du kaufst einen Rhythmus. Seit ich das so sage, muss ich ihn nicht mehr gegen meine anderen Angebote verteidigen, er steht einfach daneben.

2. Ich hab meine Preise angehoben, an einem Dienstag, ohne Ankündigung

Am 15. September kam mir mitten im Arbeiten dieser Satz: «Ich bin immer noch viel zu günstig. Ich würde die einfach so anheben, jetzt, heute. Es ist mein Geburtsmonat, das ist mein Geschenk an mich.» Und dann hab ich es gemacht, am selben Nachmittag.

Was ich bewusst nicht gemacht habe: kein «buch jetzt, bevor die Preise steigen». Ich hab weder eine Frist gesetzt noch einen Countdown gestartet. Ich wollte nicht, dass eine Preisanpassung, die überfällig war, plötzlich wie eine Verkaufsaktion aussieht.

Der Gedanke dahinter ist einfach und hat trotzdem lange gebraucht. Ein tiefer Preis allein hat bei mir niemanden überzeugt, das hab ich im September an meinen eigenen Zahlen gesehen. Bis Anfang September kam jeder Euro von einer Frau, die vorher mit mir gesprochen hatte. Ob meine Arbeit etwas taugt, merkst du im Gespräch, nicht am Preisschild. Und seit September sind meine Angebote auch eine echte Treppe: jede Stufe heisst mehr Zeit mit mir, und genau so steigen auch die Preise.

Am 28. September, an meinem Geburtstag, hab ich dann umgekehrt ein Geschenk gemacht: drei Tage lang gab es mein KI-System mit persönlichem Einrichtungs-Call günstiger. Und dann hab ich etwas getan, wogegen ich mich lange gewehrt habe. Ich hab drei Frauen, von denen ich wusste, dass sie Interesse hatten, persönlich geschrieben. Nicht kalt, sondern warm: Ich hab hier was, das könnte für dich passen. Hast du Lust? Ja oder nein, alles fein. Eine von dreien hat gebucht. 😊

Ich hab lange gedacht, es reicht, wenn ich jeden Tag darüber schreibe. Manchmal darf man auf jemanden zugehen. Eine ehrliche Nachricht gibt ihr die Möglichkeit, sich zu entscheiden, ohne Druck und ohne grosse Versprechen.

Wenn du gerade auf den richtigen Anlass wartest, um deine Preise anzupassen: es braucht keinen. Ein Dienstag reicht.

3. Ich hab gewettet, was 27 Frauen antworten, und lag daneben

Ende August hab ich eine Umfrage auf meiner eigenen Seite aufgesetzt, «Wie viele Themen trägst du?», für Frauen, die mehrere Themen gleichzeitig führen. Bis Ende September kamen nach Abzug der Doppelten 27 Antworten zusammen, und sie läuft weiter. 26 dieser Frauen führen mindestens zwei Themen.

Bevor ich die Antworten gelesen habe, hab ich mir am 31. August aufgeschrieben, was ich erwarte. Meine Wette war: das Schwerste ist die Angst, sich zwischen den Themen selbst zu verlieren.

Das stimmt nicht. Zweifel haben nur 3 von 27 als das Anstrengendste angekreuzt. 16 von 27 sagen: das Schwerste ist die Entscheidung, woran ich zuerst arbeite. Die Frauen fragen sich also nicht, wer sie sind, sie fragen sich, womit sie anfangen. Ich hätte also über die falsche Angst geschrieben, und zwar mit voller Überzeugung.

Eine andere Wette hat dafür gehalten, und zwar stärker, als ich dachte. 19 von 27 sagen, dass sie mindestens eine Sache zurückhalten, 11 davon sogar mehr als eine.

Zur Einordnung, weil mir das wichtig ist: 27 Frauen sind keine repräsentative Studie, deshalb nenne ich auch keine Prozente. Aber 27 echte Antworten sind mehr als die null Zahlen, mit denen ich vorher über dieses Thema geschrieben hab, meine eigenen Meinungen eingeschlossen. Danke an jede, die mitgemacht hat. Den ganzen Artikel mit allen Zahlen findest du hier: Mehr als ein Thema, was 27 Frauen erzählt haben.

Und dann war da mein kleiner Versuch: zwei Wochen Content vorplanen, ich, die Spontane. Zwischen dem 18. und 30. September liefen 170 Beiträge von allein, während ich mehr Zeit mit meiner Familie und in Gesprächen verbracht habe als lange nicht. Auf LinkedIn haben sich die Kommentare in dieser Zeit verdoppelt, auf Instagram ist es ruhiger geworden, auch weil ich dort gerade vieles anders mache und kaum Reels gepostet habe. Was der Versuch mit mir gemacht hat, steht in einem eigenen Artikel: Content vorplanen, mein Versuch.

Was ich aus dem September mitnehme

Richtig angefangen mit LinkedIn hab ich erst in diesem Frühling. Und im September hab ich gemerkt, wie ungeduldig ich manchmal mit mir bin. Dabei kannst du eine Plattform nicht von heute auf morgen verstehen, genauso wenig, wie du ein Webinar launchst und am nächsten Tag ist die Bude voll. Das funktioniert weder auf LinkedIn noch auf Instagram noch sonstwo.

Es ist wie Fahrradfahren lernen: Am Anfang wackelt es, und irgendwann denkst du nicht mehr darüber nach. Was hilft, ist Übung, jeden Tag ein bisschen, und der Mut, Dinge einfach zu tun. Unterstützung darfst du dir holen, du musst es aber nicht übertreiben. Manchmal braucht es einfach Zeit.

Und eine Entscheidung, die du heute triffst, darfst du morgen ändern, weil du in der Zwischenzeit etwas gelernt hast. Seine Meinung zu ändern ist nicht schlimm, steh offen dazu und sag es. Zwischen dem, wie du etwas vor einem Jahr gemacht hast, und heute liegen zwölf Monate Entwicklung.

Online-Business ist eine Reise, und es ist Persönlichkeitsentwicklung hoch zehn. Dafür musst du bereit sein zu investieren, Zeit und manchmal auch Geld.

Was sonst noch los war

  • Mein Slogan bleibt, aber er wird erklärt. Eine Kollegin hat mir ehrlich gesagt, «Fux macht’s einfach» klinge nach Umzugsunternehmen 😄 Ich hab das ernst genommen, zwei Runden lang hin und her gedreht und dann entschieden, dass ein Satz nicht wegen einer einzigen Stimme geht. Er bekommt eine Erklärung, und die steht jetzt auf meiner Über-mich-Seite: «Ich bin der Fux in deinem Revier, keine Sorge, deine Hühner sind sicher.» Und was «einfach» bei mir heisst, ist mir im September klarer geworden als je: Ich bin die Sparringpartnerin, die mit dir hinschaut. Ich helfe dir, ein System zu bauen, mit Notion und KI, damit wiederkehrende Abläufe dich nicht jedes Mal neu Kraft kosten. Mir sind Menschen wichtig, aus dem SoulNet ist 2024 «gemeinsam statt einsam» entstanden, und heute ist das der Hafen. Und ich frag auch mal: Wie fühlst du dich, wenn du morgens in den Spiegel schaust? Und hast du für die kalte Jahreszeit eigene kleine Rituale, oder kommt der Winter jedes Jahr wieder überraschend? Auch das gehört für mich zum einfacheren Leben.
  • Eine neue Zeile unter meinem Namen. Seit dem 22. September steht dort «Mentorin für selbständige Frauen · Blick von aussen». Mut und Umsetzung sind nicht weg, sie sind jetzt die Art, wie ich arbeite, und nicht mehr der Titel, nach dem niemand sucht.
  • Ich schreibe Menschen an. Mal mehr, mal weniger hab ich mir den ganzen September über Zeit genommen, Nachrichten zu schreiben und Gespräche zu führen, und gemerkt, dass dort viel mehr entsteht als durch jeden Post. Mein eigener Satz dazu war lange: «Ich bin passiv, weil ich niemanden nerven will.»

    Mehr als die mit der Technik. In einer Hot-Seat-Runde in einer Community, in der ich Mitglied bin, hab ich wieder gemerkt, dass man mich vor allem als die mit der Technik sieht. Das stimmt, und die Technik ist trotzdem nur der Weg. Im Kern bin ich die, die mit draufschaut: Feedback, eine andere Perspektive, gemeinsames Brainstorming, mit einem Menschen und nicht mit einer KI. Ich stelle die Fragen, die du dir selbst nicht stellst, und ich höre zu, was du sagst. In dem, was du nebenbei erzählst, steckt meist viel mehr, als du auf dem Schirm hast. Wie oft sag ich mitten im Gespräch: «Das, was du gerade gesagt hast, hätten wir aufnehmen sollen.» 😄

  • Meine Blogparade ist abgeschlossen. Zehn Frauen haben mitgeschrieben, wie ihre vielen Themen unter ein Dach passen, und die Übersicht ist online.

Was ich im September gebloggt habe

Neu erschienen oder gründlich überarbeitet, eine Auswahl aus dem Business-Teil:

Dazu kam eine ganze Reihe zu Ölen und Haarpflege, die findest du gesammelt unter Selbstfürsorge.

Ausblick Oktober

  • Der Artikel zur Umfrage, mit allen Zahlen und dem, was die 27 Frauen selbst geschrieben haben (inzwischen erschienen).
  • Am 15. Oktober gebe ich einen Expertencall in der beefem-Community, als Werkstatt statt Webinar: zwei Frauen bauen live ihr eigenes Quiz, eine mit ChatGPT, eine mit Claude.
  • Die tägliche Kontaktrunde bleibt.
  • Ich bleib dran und lerne weiter, jeden Tag ein bisschen, auf LinkedIn und überall sonst.

Dein Takeaway

Öffne heute deine Angebotsseite und zähl zwei Dinge: wie viele Möglichkeiten dort nebeneinander stehen, und wie viele davon ein Datum haben. Wenn die zweite Zahl null ist, weisst du, wo du im Oktober anfängst.

Und wenn du deine Preise schon lange anheben willst: such keinen Anlass, der Tag, an dem du das hier liest, reicht.

Wenn du beim Lesen an deine eigene Angebotsseite gedacht hast:

In 15 Minuten Kennenlernen schauen wir gemeinsam drauf, und du gehst mit einer Sache raus, die du weglassen oder mit einem Datum versehen kannst. Kennenlernen buchen

Füchsische Grüsse, Diana 🦊

Warum schreibst du überhaupt einen Monatsrückblick?

Weil ich sonst vergesse, was war. Ein Monat fühlt sich rückblickend oft leer an, und wenn ich ihn aufschreibe, steht plötzlich eine ganze Liste da. Ausserdem zwingt es mich, ehrlich zu bleiben, auch bei dem, was nicht geklappt hat. Meinen August-Rückblick findest du hier.

Wie viele Frauen haben bei deiner Umfrage mitgemacht?

Nach Abzug der doppelten Einsendungen 27. Das ist zu wenig für Prozentangaben, deshalb nenne ich die Zahlen immer als «so viele von 27». Für eine Studie reicht es nicht, für ein ehrliches Bild davon, was Frauen mit mehreren Themen beschäftigt, schon.

Diana Fux, Mentorin für selbständige Frauen

Diana Fux · Mentorin für selbständige Frauen · Blick von aussen

Ich bin Diana und begleite selbständige Frauen bei Fragen zu ihrem Angebot, ihren Inhalten und der Umsetzung. Ich denke mit, frage nach und schaue mir an, was schon da ist. Hier im Blog teile ich eigene Erfahrungen über Business und Network, praktische Anregungen für deine Selfcare, Ordnung im System mit Notion und KI und Gastbeiträge anderer selbständiger Frauen. Fux macht's einfach: erst hinschauen, dann mutig los 🦊

Wenn du wissen möchtest, wie wir zusammenarbeiten können, findest du den Überblick bei meinen Angeboten. Angebote →

Du weisst nicht, was davon für dich gerade dran ist? Dann melde dich, ich antworte selbst. Kontakt →

Muster erkennen. Chaos ordnen. Klar entscheiden. Umsetzen.

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