Der August hat sich angefühlt wie ein Monat, in dem von aussen nichts zu sehen war. Als ich dann nachgezählt hab, standen da zwanzig Blogartikel und dreizehn neue Seiten, davon zehn Angebote, die vorher nur in meinem Kopf existiert haben. Dazu drei Wochen Aufräumen hinter den Kulissen.
Das Gefühl und die Zahlen lagen also weit auseinander, und zwar zu meinen Ungunsten. Wenn du gerade das Gefühl hast, dass du viel arbeitest und trotzdem nichts vorzuweisen hast, dann zähl einmal nach, bevor du dir das glaubst. Bei mir hat das Nachzählen den ganzen Monat anders aussehen lassen. Das kennst du, oder.
Ein Schreck war auch dabei, und der ist der Grund, warum dieser Text länger geworden ist als geplant.
Der August in sieben Gedanken.
1. Ich hab einen ganzen Monat hinter mir aufgeräumt
Meine Webseite war langsam, und ich hab wochenlang an den falschen Stellen gesucht, bis sich herausgestellt hat, dass ein einziger Schalter im Theme dafür verantwortlich war. Nach dem Umlegen ging die Leistung am Handy von 70 auf 94 und am Computer von 83 auf 100, und das Springen der Seite beim Laden ist von 0,331 auf 0,008 gefallen.
Dazu hab ich meine Dateien sortiert, zum ersten Mal richtig. Jeder Ordner hat jetzt eine Aufgabe, im Hauptordner liegt nichts mehr lose herum, und es gibt eine Wochenroutine, die den Eingang leert. Und mein Google-Unternehmensprofil steht endlich vollständig da, mit Kategorien, Fotos, neunzehn Dienstleistungen und fünfzehn Produkten. So sieht es von aussen aus, und falls du deins auch einrichten willst: wie das Schritt für Schritt geht, hab ich hier aufgeschrieben.
Nichts davon sieht jemand von aussen. Und trotzdem war es richtig, weil alles, was ich im September baue, jetzt auf einem Boden steht, der trägt. Genau.
Und jetzt der Satz, den ich mir selbst mal sagen musste. In meinen Rückblicken steht seit Monaten derselbe Aufhänger: ich hab mal wieder aufgeräumt. Irgendwann denkt man ja, das kann doch nicht sein, kriegst du das nicht endlich mal geregelt.
Doch, ist geregelt. Ein Rückblick hat immer mit Aufräumen zu tun, das liegt in der Sache selbst. Man schaut zurück, man sortiert, man legt hin und man legt weg. Dass ich jeden Monat wieder aufräume, heisst nicht, dass ich im Chaos lebe.
Denn was änderst du beim Aufräumen? Genau das, was vor drei Monaten noch gepasst hat und heute nicht mehr. Du hast dazugelernt, du hast Erfahrungen gesammelt, dein Geschäft ist ein anderes als im Mai. Und dann darfst du neu entscheiden. Wer nie wieder aufräumt, hat entweder aufgehört zu wachsen oder traut sich nicht, eine alte Entscheidung zurückzunehmen. Ja.
Du räumst auch dauernd auf und hast trotzdem das Gefühl, es wird nie fertig?
«Mit KI arbeiten, ohne dich zu verlieren» ist das System, mit dem bei mir Schluss war mit dem Jeden-Montag-neu-Anfangen. Wissen an einem Ort, feste Abläufe, und morgens fängt nichts mehr bei null an. Zum KI-System
2. 176 Gigabyte, und keine einzige Sicherung
Das ist der Moment, an dem mir im August kurz schlecht geworden ist. Ich hab beim Aufräumen nachgesehen, wann zuletzt gesichert wurde, und die Antwort war: nie. Keine externe Festplatte, keine Time Machine, gar nichts. 176 Gigabyte an Fotos, Videos und Arbeitsdateien, und wenn der Rechner ausfällt, ist das alles weg.
Ich hab lange gedacht, iCloud sei meine Sicherung. Ist sie nicht. iCloud ist ein Abgleich, und was du dort löschst, ist auf jedem Gerät gelöscht, sofort. Das ist ein Unterschied, den man erst versteht, wenn man ihn einmal ausgesprochen hat.
Seit Ende August liegt das Wichtigste täglich auf einer Karte, der grosse Rest einmal komplett. Das war eine Stunde Arbeit, und ich hab sie schon viel zu lange vor mir hergeschoben. Ja.
Mach das heute, es dauert zwei Minuten: öffne die Systemeinstellungen und schau nach, wann zuletzt eine Sicherung gelaufen ist. Wenn dort nichts steht oder ein Datum aus dem letzten Jahr, dann weisst du jetzt, was dein nächster Handgriff ist. Und ja, du hast Zeit dafür.
3. Mein Blog hat 43 Artikel, die Google nicht haben will
Ich hab im August zum ersten Mal richtig hingeschaut, statt zu hoffen. 43 lebende Artikel stehen bei Google als gefunden, aber nicht aufgenommen. 543 von 1329 Pinterest-Pins zeigen ausgerechnet auf diese Artikel, also läuft rund ein Drittel meiner Pinterest-Arbeit auf Seiten, die in der Suche nicht existieren.
Und jetzt kommt der Teil, der mich wirklich beschäftigt hat: die abgelehnten Artikel sind von den aufgenommenen nicht zu unterscheiden. Gleiche Länge, gleiche Anzahl interner Links, gleiches Alter. Es liegt also nicht am Text, und das heisst, mehr schreiben hilft halt nicht.
Dazu eine Zahl, die ich erst nicht glauben wollte: von 42 Klicks über die Google-Suche kamen 31 über meinen eigenen Namen. Menschen, die mich schon kennen. Neue kamen über die Suche fast keine.
Was daraus folgt, ist unbequem und einfach zugleich. Ich brauche keine neuen Artikel, ich brauche Verbindungen von aussen, und deshalb war meine erste eigene Blogparade die wichtigste Entscheidung des Monats. So.
4. «Ich würde jeder anderen raten, sich Hilfe zu holen. Bei mir selbst nicht.»
Diesen Satz hab ich am 20. August in mein Tagebuch geschrieben, und er ist mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich sitze mit Frauen zusammen und sag ihnen, dass sie sich Unterstützung holen sollen, dass sie ihre Preise anheben sollen, dass sie sichtbar sein dürfen. Und bei mir selbst mach ich es nicht.
Der August hat mir das viermal gesagt, aus vier verschiedenen Richtungen. Eine Kundin hat mir ungefragt geschrieben, dass ich mein KI-System viel zu wenig bewerbe. Eine andere hat von zwei Möglichkeiten die teurere genommen, und der Unterschied zwischen den beiden war kein Produkt, sondern der Zugang zu mir. Und beim Durchgehen meiner eigenen Verkaufsseite hab ich gemerkt, dass ich dort zehn Fähigkeiten unter Wert verkauft habe.
Ich schreib das hier hin, obwohl ich es noch nicht gelöst habe. So ist der Stand, und im September schau ich mir das als Erstes an. Und wenn du dich beim Lesen wiedererkennst, dann sind wir schon zu zweit. Ja.
5. Zweimal angeboten, dann ist es gut
Ich hatte zweimal einen Gastbeitrag angeboten, zweimal wurde zugesagt, und dann kam nichts. Im August stand kein einziger auf meinem Blog, und mir ist erst spät aufgefallen, dass ich einfach aufgehört hatte, welche einzuholen.
Ich hab eine Weile überlegt, ob ich nachhake. Dann hab ich es gelassen. Wenn ich etwas zweimal angeboten habe, ist es gut, ich lauf niemandem mehr hinterher. Das fühlt sich halt immer noch komisch an und ist trotzdem richtig, weil die Alternative heisst, dass ich meine Energie in Leute stecke, die gerade woanders sind.
Was mir dabei hilft: ich schau mir an, wie es aussieht, wenn es klappt. Der letzte Gastbeitrag hier ist bis heute einer der Texte, auf die ich am meisten Rückmeldung bekomme. Es liegt also nicht am Format. Genau.
6. Drei Tage Bodensee und ein Raum, der nicht meiner ist
Urlaub im klassischen Sinn war nicht, wir haben nur eine Terrasse, also kann ich nicht mal Balkonien behaupten. Aber wenn man da leben darf, wo andere Ferien machen, braucht es vielleicht auch keinen. Drei Tage waren wir als Familie am Bodensee, und das hat gereicht.
Das eigentliche Highlight war aber ein anderes. Ich bin im August in einer Community gelandet, die nicht meine eigene ist, und hab dort Frauen kennengelernt, mit denen ich sonst nie gesprochen hätte. Ich hab nämlich gemerkt, dass ich mich in meinen eigenen Räumen schon sehr sicher bewege und woanders eigentlich ziemlich schnell still werde. Und gerade deshalb war es gut.
Wenn du dich in deinen eigenen Kreisen auch sicher fühlst und ausserhalb nicht: das ist nicht dein Charakter, das ist Gewöhnung.
7. Was der September bringt: meine erste eigene Umfrage
Ich hab am letzten Augusttag eine Umfrage aufgesetzt, auf meiner eigenen Seite, nicht bei einem Formulardienst. Ich frage darin die Frauen, die mehrere Themen gleichzeitig führen, wie viele es eigentlich sind, was daran anstrengend ist und was sie zusammenhält.
Der Grund steht in Gedanke 3. Ich hab schon genug Meinungen zu diesem Thema gelesen, meine eigene eingeschlossen, und keine einzige Zahl. Also frag ich nach.
Hier geht es zur Umfrage. Vier bis sechs Minuten, anonym, und du musst nirgends nachschlagen, weil alles in deinem Kopf steht. Im Oktober wird daraus ein Artikel mit echten Zahlen statt mit Meinungen.
Ausserdem läuft meine Blogparade noch bis zum 14. September. Wenn du selbst mehr als ein Thema führst und darüber eigentlich schon immer mal schreiben wolltest, dann ist das jetzt dein Anlass.
Dein Takeaway
Schau heute nach, wann auf deinem Rechner zuletzt eine Sicherung gelaufen ist. Wenn dort nichts steht, kauf eine Karte oder eine Platte und lass einmal alles darauf laufen, das kostet weniger als ein Abendessen und eine Stunde Zeit.
Und wenn du gerade einen Monat hinter dir hast, in dem man von aussen nichts gesehen hat: das war trotzdem Arbeit. Boden legt man nicht für die Sichtbarkeit, sondern für alles, was danach draufkommt.
Und wenn du gerade selbst mehr als ein Thema hast?
Genau danach frag ich in meiner Umfrage. Ein paar Minuten, deine Antworten bleiben auf meiner eigenen Seite, und du siehst am Ende, was die anderen geantwortet haben. Zur Umfrage
Füchsische Grüsse, Diana 🦊
Warum schreibst du überhaupt einen Monatsrückblick?
Weil ich sonst vergesse, was war. Ein Monat fühlt sich rückblickend oft leer an, und wenn ich ihn aufschreibe, steht plötzlich eine ganze Liste da. Ausserdem zwingt es mich, ehrlich zu bleiben, weil ich auch das hinschreibe, was nicht geklappt hat. Meinen Juli-Rückblick findest du hier.
Ist iCloud wirklich keine Sicherung?
Nein. iCloud gleicht deine Geräte ab, damit überall dasselbe liegt. Wenn du eine Datei auf dem Rechner löschst, verschwindet sie deshalb auch auf dem Handy. Eine Sicherung ist eine zweite Kopie, an die nichts automatisch herankommt, also eine externe Platte oder eine Karte, die du danach abziehst.
Was mache ich, wenn Google meine Artikel nicht aufnimmt?
Erst messen, dann handeln. Schau in der Search Console nach, ob die Artikel überhaupt gefunden werden, und vergleiche die abgelehnten mit den aufgenommenen. Wenn sich beide nicht unterscheiden, liegt es nicht am Text, und dann helfen Verbindungen von aussen mehr als neue Artikel. Deshalb mach ich eine Blogparade.
Eine umsetzbare Sache pro Woche, in unter fünf Minuten?
Der Montags-Impuls kommt jeden Montag in dein Postfach. Kein Blabla, ein Gedanke und ein Handgriff. Montags-Impuls abonnieren

0 Kommentare