Diana Fux
Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Komfortzone verlassen: Du weisst längst, was zu tun wäre

Es ist Sonntagabend, kurz vor zehn. Du sitzt mit dem Handy in der Hand auf dem Sofa, der Beitrag ist fertig getippt, das Bild ausgewählt, der Finger liegt schon auf dem Teilen-Knopf. Und dann legst du das Handy nochmal weg. Dir fehlt nichts, alles ist fertig, dir wird nur in dem Moment klar, dass da gleich Leute zuschauen, die dich kennen.

Da fängt das Komfortzone verlassen an, und zwar nicht im grossen, lauten Sinn, kein Bungeesprung, keine Bühne. Es ist dieser ganz kleine Moment, wo du etwas tun könntest, dessen Ausgang du nicht kennst, und stattdessen das Handy weglegst und dir sagst, morgen, wenn ich mich bereiter fühl.

Ich kenn das gut, von aussen bei den Frauen mit denen ich arbeite, und von mir selber. Und ich hab mit der Zeit gemerkt, dass fast alle das gleiche Missverständnis mit sich rumtragen, sie glauben, ihnen fehlt noch was zum Loslegen. Noch ein Kurs, noch ein Zertifikat, noch ein bisschen mehr Klarheit. Dabei liegt das Wissen längst da. Was fehlt, ist was anderes.

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Was fehlt für deinen nächsten Schritt?

Wenn du einen Schritt vor dir herschiebst, lohnt sich eine konkrete Frage: Was fehlt, damit du ihn machen kannst? Das können Informationen, Zeit, eine Entscheidung oder eine Rückmeldung sein. Ich möchte das mit dir anschauen, bevor wir fehlendes Wissen oder Angst als Ursache festlegen. Das Ziel ist ein nächster Schritt, dessen Sinn und Umfang du verstehst.

Weiterlesen: warum du nicht ins Tun kommst

Komfortzone verlassen heisst, etwas zu tun, dessen Ergebnis du noch nicht kennst

Ich nenn mich Umsetzungs-Mentorin, und lange hab ich viel zu selten darüber geredet, was Umsetzung im Kern eigentlich ist. Umsetzung heisst die Komfortzone verlassen, also etwas zu tun, von dem du vorher nicht weisst, wie es ausgeht. Mehr Disziplin oder der nächste Plan helfen da wenig, das hab ich lange selber geglaubt.

Das ist der unbequeme Teil. Solange du planst, optimierst und vorbereitest, bleibst du im sicheren Bereich, da kann nichts schiefgehen, weil noch nichts passiert. In dem Moment, wo du den Beitrag teilst, das Angebot rausstellst, die Mail schickst, gibst du die Kontrolle über das Ergebnis ab. Und davor schreckt der Kopf zurück, vor diesem offenen Ausgang, wo du nicht mehr in der Hand hast, wie es läuft. So.

Über den Sommer dranzubleiben funktioniert im Kleinen gleich, du machst weiter, ohne sofort zu sehen, ob es was bringt. Es geht dabei eigentlich weniger ums mehr Tun und mehr ums anders Denken über das Tun, und darüber hab ich in nicht mehr tun, sondern anders denken mehr geschrieben.

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Der mutigste Teil ist, es sichtbar zu machen und die Stille auszuhalten

Am deutlichsten zeigt sich das beim Sichtbarwerden. Du machst etwas öffentlich, an dem du gerade arbeitest, vor genau den Leuten, vor denen du dich sonst eher klein machst, und dann passiert erstmal nichts. Kein Like, kein Wort, einfach Stille. Und diese Stille fühlt sich an wie ein Urteil.

Ist sie aber meistens nicht. Ich hab gemerkt, das stille Zuschauen ist ganz selten Ablehnung. Die Leute sind halt einfach mit sich selber beschäftigt, scrollen weiter, denken sich nichts dabei. Das, was sich anfühlt wie die finden das alle blöd, ist in Wahrheit nur ein ganz normaler Abend bei allen anderen. Genau.

Sichtbarwerden hat deshalb weniger mit Mut zur Lautstärke zu tun und mehr mit der Fähigkeit, die Stille auszuhalten, ohne sie sofort als Nein zu lesen. Du musst dafür nicht laut werden, du darfst leise bleiben, am Rand sitzen, in deinem Rhythmus. Wie das ohne Performance-Druck geht, steht in sichtbar ohne laut zu werden und in den 5 Fehlern beim Sichtbarwerden.

Wissens-Lücke oder Mut-Lücke? Ein kleiner Selbsttest

Beim nächsten Mal, wenn du dich sagen hörst, ich muss erst noch, halt kurz inne und frag dich ehrlich, ist das wirklich noch eine Wissens-Lücke, oder schon eine Mut-Lücke, die sich als Vorbereitung tarnt. Brauchst du das Wissen wirklich für den nächsten Schritt, oder weisst du eigentlich genug und schiebst nur den nackten Moment vor dir her.

Wenn es eine echte Wissens-Lücke ist, dann lern genau die eine Sache, die dir für den nächsten Schritt fehlt, nicht mehr. Wenn es eine Mut-Lücke ist, dann hilft kein weiterer Kurs, dann hilft nur, es kleiner zu machen und trotzdem zu tun. Das Drumherum lernst du nebenbei, im Tun, nicht vorher am Schreibtisch.

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Dein Takeaway

Du brauchst für deinen nächsten Schritt fast nie noch ein Zertifikat, du brauchst Mut. Such dir diese Woche die eine kleine Sache raus, an der du gerade arbeitest, und mach sie einmal öffentlich, vor genau den Menschen, vor denen du dich sonst klein machst. Nicht erklären, nicht rechtfertigen, nicht auf Likes warten. Teilen, Handy weglegen, weiteratmen. Und dann achte mal nicht auf die Reaktionen, sondern auf diesen warmen, fast trotzigen Stolz im Brustkorb, der kommt, weil du es trotzdem getan hast. Das ist Komfortzone verlassen in fünf Minuten. Genau.

Füchsische Grüsse, Diana

Was heisst Komfortzone verlassen im Business konkret?

Es heisst, etwas zu tun, dessen Ergebnis du vorher nicht kennst, statt im sicheren Vorbereiten zu bleiben. Im Alltag ist das oft ganz klein, einen Beitrag teilen, ein Angebot rausstellen, eine Mail schicken, die du dreimal aufgeschoben hast. Der unbequeme Teil ist der offene Ausgang, weil du vorher nicht weisst, wie es ankommt.

Ich weiss, was ich tun müsste, mach es aber nicht. Woran liegt das?

Meistens an einer Mut-Lücke, die sich als Vorbereitung tarnt, fehlendes Wissen ist es fast nie. Solange du planst und lernst, bleibst du im sicheren Bereich. Frag dich beim nächsten ich muss erst noch ehrlich, ob dir das Wissen wirklich fehlt oder ob du nur den nackten Moment des Anfangens vor dir herschiebst.

Muss ich laut werden, um sichtbar zu sein?

Nein. Sichtbarwerden hat weniger mit Lautstärke zu tun und mehr damit, die Stille nach dem Posten auszuhalten, ohne sie als Urteil zu lesen. Du darfst leise bleiben und in deinem Rhythmus arbeiten, das stille Zuschauen der anderen ist fast nie Ablehnung.

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Montags schicke ich dir einen Gedanken aus meiner Arbeit und eine Anregung zum Ausprobieren. Du kannst die Mail lesen, wenn es passt, oder mir direkt darauf antworten. Zum Montags-Impuls →

Diana Fux, Mentorin für selbständige Frauen

Diana Fux · Mentorin für selbständige Frauen · Blick von aussen

Ich bin Diana und begleite selbständige Frauen bei Fragen zu ihrem Angebot, ihren Inhalten und der Umsetzung. Ich denke mit, frage nach und schaue mir an, was schon da ist. Hier im Blog teile ich eigene Erfahrungen über Business und Network, praktische Anregungen für deine Selfcare, Ordnung im System mit Notion und KI und Gastbeiträge anderer selbständiger Frauen. Fux macht's einfach: erst hinschauen, dann mutig los 🦊

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