Diana Fux
Umsetzungs-Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Ich hab einfach keine Zeit für mein Business. Stimmt das wirklich?

Keine Zeit für mein Business, der Weitermach-Zettel von Diana Fux

Du hast dir den Dienstagvormittag freigeschaufelt, du setzt dich wirklich hin, du willst wirklich, und dann ist die halbe Stunde weg und auf dem Bildschirm steht ungefähr das, was vorher schon da stand.

Kennst du das? Ich hab jahrelang gesagt, ich hab einfach keine Zeit für mein Business. Und ich hab das nicht mal gelogen, ich hab es ja wirklich geglaubt. Abends im Bett die Rechnung aufgemacht: heute wieder nichts geschafft, morgen wird es besser, ab Montag wird alles anders.

Ich glaub uns beiden diesen Satz inzwischen nicht mehr so ganz. Nicht weil wir uns was vormachen, sondern weil da halt etwas dazwischen liegt, das keiner mitzählt. Und genau darüber schreib ich dir heute.

Was wirklich passiert, wenn du dich hinsetzt

Du machst den Laptop auf. Und dann suchst du erstmal, oder ne. Wo war nochmal die Datei. Was hatte ich mir da überhaupt gedacht. Wie hiess das Ding, das ich neulich aufgeschrieben hab, und war das in der Notiz-App oder in dem Dokument oder in der Sprachnachricht an mich selbst.

Und wenn du endlich wieder drin bist und weisst, wo du stehengeblieben warst, ist die halbe Stunde vorbei. Du klappst zu, mit dem Gefühl, nichts geschafft zu haben, und abends sagst du dir dann wieder den Satz, den du eh schon immer sagst.

Die Zeit war ja da. Sie ist nur nicht in deine Sache geflossen, sie ist in den Wiedereinstieg geflossen. Und der kostet dich jedes Mal wieder gleich viel, weil du eben jedes Mal wieder bei null anfängst.

Genau.

Der Tag, an dem ich nicht mehr Zeit hatte als du

Vor ein paar Wochen lag morgens ein Skript für ein Sprechvideo bei mir da. Fertig. Ich musste eigentlich nur noch draufdrücken, mehr war da schon nicht mehr zu tun. Und ich hab es nicht weggelegt für später, ich hab mich hingesetzt und einfach gefilmt, in einem Take, mit einem Verschlucker mittendrin.

Am Abend war aus diesem einen Stück Content geworden, der über alle meine Kanäle lief, und das war mein bisher grösster Tag in der Richtung.

Und jetzt das Ehrliche daran: ich hatte an dem Tag nicht mehr Zeit als du. Ich hatte auch nicht mehr Disziplin und ganz sicher nicht mehr Motivation. Ich hab halt einfach nicht bei null angefangen. Das Ding lag schon da und hat auf mich gewartet.

Das ist eigentlich der ganze Unterschied.

Ja.

Warum sich das trotzdem wie keine Zeit für mein Business anfühlt

Weil «ich hab keine Zeit» ja ein anständiger Satz ist. Er ist harmlos, jeder nickt, keiner fragt nach. Er macht dich nicht klein, er macht dich zur vielbeschäftigten Frau, und das stimmt ja auch.

Der andere Satz wäre: meine Sache hat keinen Ort, an dem sie auf mich wartet. Der klingt schon ganz anders, oder ne. Der klingt schon nach etwas, das ich ändern könnte, und genau deswegen sagen wir ihn nicht so gern.

Und dann kommt das Zweite dazu, das ich selber lange nicht gesehen hab: dieses Suchen am Anfang kostet dich ja nicht nur Minuten, es kostet dich die Lust. Du bist noch gar nicht bei deiner Sache und schon leicht genervt. Wer sich dreimal so gefühlt hat, setzt sich beim vierten Mal nicht mehr hin, und das ist dann der Punkt, an dem eine Sache seit sechs Wochen genau da steht, wo sie am ersten Tag stand.

Das liegt nicht an dir und auch nicht an deiner Disziplin. Sie hat halt einfach keinen Platz, an dem sie auf dich wartet.

Genau.

Der Weitermach-Zettel: drei Zeilen, mehr nicht

Ich nenn das Ding Weitermach-Zettel, und er kann eigentlich nur eins: dir sagen, wo du wieder einsteigst. Drei Zeilen hat er, mehr schon nicht.

AUFGEHÖRT BEI: wo du warst, als du zugeklappt hast. Ein halber Satz reicht da schon.

ALS NÄCHSTES: genau ein Schritt, und zwar einer, den du in zwanzig Minuten wirklich tun kannst. Nicht «Newsletter aufbauen», sondern «Anmeldetext schreiben». Etwas, das du tust, nicht etwas, das du bist.

DAFÜR BRAUCH ICH: der Link, die Datei, das Foto, der Zugang. Und dann leg das, was da steht, gleich daneben. Nicht merken, hinlegen.

Das ist alles. Kein Tool, kein System, keine Vorlage zum Kaufen.

So.

Der wichtigste Teil ist aber nicht der Zettel selbst, sondern wann du ihn schreibst: bevor du aufhörst, nicht wenn du anfängst. Also am Ende, wenn du ja noch weisst, was du dir gedacht hast. Das sind dreissig Sekunden und spart dir beim nächsten Mal zwanzig Minuten.

Und such ihm einen Ort, an dem er dir von allein wieder unter die Nase kommt. Ganz oben in der Notiz, in der die Sache sowieso lebt. Als angeheftete Nachricht an dich selbst. Auf einem Zettel am Bildschirm, ganz analog, das zählt genauso. Was halt nicht funktioniert, ist ein neuer schöner Ort, den du erst wieder suchen musst.

Wann es doch an der Zeit liegt

Und jetzt der Teil, den ich mir selber gern früher gesagt hätte, weil ich sonst genau die wäre, die dir ein Zettelchen hinhält, während dein Kalender brennt.

Wenn du zwei kleine Kinder hast und einen Job daneben und dein Business in die Stunde zwischen halb zehn und halb elf abends passen soll, dann ist das kein Ordnungsproblem. Dann ist da ja wirklich zu wenig Zeit, und kein Zettel der Welt macht daraus mehr. Ehrlich gesagt hilft dir dann eher die Frage, was diesen Herbst rausfliegt, als die Frage, wie du schneller wieder reinkommst.

Und wenn du merkst, dass du dich gar nicht erst hinsetzt, dass es also nicht am Wiedereinstieg scheitert, sondern schon davor, dann ist das auch eine andere Baustelle. Darüber hab ich hier geschrieben, wenn du feststeckst und nicht mal weisst, woran es liegt, und wenn du den Plan hast und trotzdem nicht loslegst, passt eher das hier zwischen Plan und Umsetzung. Manchmal ist es nämlich auch schlicht Mut und nicht Organisation, und dann ist das die ehrlichere Frage.

Der Weitermach-Zettel löst genau eine Sache, und das eigentlich ziemlich zuverlässig: die Lücke zwischen «ich hatte eine halbe Stunde» und «ich hab in dieser halben Stunde was bewegt». Mehr will er schon nicht.

Zum Mitnehmen: Es fehlt selten die Zeit. Es fehlt der Ort, an dem deine Sache auf dich wartet. Drei Zeilen, geschrieben bevor du aufhörst: wo aufgehört, was als Nächstes, was brauch ich dafür.

Deine fünf Minuten für heute

Mach die Notiz auf, in der deine wichtigste Sache gerade lebt. Die eine, an der du seit Wochen nicht weiterkommst.

Und schreib ganz oben drüber einen einzigen Satz, der anfängt mit: Das Nächste, was hier dran ist:

Ein Satz. Nicht fünf, nicht die ganze Liste. Und dann leg gleich das dazu, was du dafür brauchst.

Genau.

Was du danach spürst, ist meistens keine Erleichterung, sondern eher so ein leises: ach so, so weit war ich ja schon. Genau das ist der Punkt. Weil du beim nächsten Mal ja nicht mehr suchst, sondern greifst, und die halbe Stunde gehört dann zum ersten Mal seit Langem wirklich deiner Sache.

Häufige Fragen, wenn du keine Zeit für dein Business hast

Wie viel Zeit brauche ich denn wirklich für mein Business?

Weniger als du denkst, wenn die Zeit auch wirklich ankommt. Zwanzig Minuten, in denen du sofort weisst, was dran ist, bringen dir mehr als zwei Stunden, von denen die erste fürs Suchen und Wiederreinfinden draufgeht. Ich würd dir da ja keine Stundenzahl nennen, weil das je nach Vorhaben, Alltag und Kopf sehr unterschiedlich ist. Was ich dir schon sagen kann: miss mal nicht, wie lange du sitzt, sondern wie lange du eigentlich gebraucht hast, bis du drin warst.

Ist das nicht einfach eine To-do-Liste mit anderem Namen?

Nein, und der Unterschied ist ja genau der Grund, warum es funktioniert. Eine To-do-Liste sagt dir, was alles offen ist, und macht dich damit erstmal kleiner. Der Weitermach-Zettel sagt dir nur, wo du wieder einsteigst, und zwar an genau einer Stelle. Eine Zeile mit dem nächsten Schritt statt siebzehn Zeilen mit allem, was noch fehlt.

Ich vergess den Zettel doch sowieso wieder. Was dann?

Dann liegt er halt am falschen Ort. Er darf ja nicht irgendwo liegen, wo du erst hingehen müsstest, er muss dir entgegenkommen. Ganz oben in dem Dokument, in dem die Sache sowieso lebt, angeheftet in dem Chat, den du eh dauernd offen hast, oder als Zettel am Bildschirmrand. Wenn du ihn suchen musst, hast du das Problem nur verschoben.

Und wenn ich an mehreren Sachen gleichzeitig dran bin?

Dann ist genau das wahrscheinlich der eigentliche Grund, warum keine davon vorankommt. Ich kenn das eigentlich ganz gut, ich hab ja selten zu wenige Ideen. Trotzdem kriegt erstmal eine Sache den Zettel, und die anderen bleiben in einer Liste liegen, ohne nächsten Schritt. Sie sind ja nicht weg. Sie warten nur nicht gleichzeitig auf dich.

Wenn du das nicht allein machen willst

Solche Sachen schreib ich jeden Montag auf, im Montags-Impuls.

Und wenn du gemerkt hast, dass dir nicht der Impuls fehlt, sondern die Woche drumherum, in der es tatsächlich passiert: genau dafür gibt es den Hafen. Ein fester Ort, wöchentlich ankommen, monatlich vorankommen, und Leute, die auch mal nachfragen.

Füchsische Grüsse, Diana 🦊


Diana Fux, Umsetzungs- und Mut-Mentorin für leise und vielseitige Frauen

Diana Fux

Ich bin Diana, Umsetzungs- und Mut-Mentorin für selbständige Frauen. Du kannst dein Fach, und trotzdem hängt es an einer Stelle. Du bist halt einfach zu nah dran.

Du machst schon viel. Ich schaue von aussen drauf und sage dir, was davon wirklich trägt, statt dass du noch mehr vom Falschen tust. Hier stehen Beiträge übers Business und Beiträge über Haare und Öle. Das ist kein Durcheinander, das ist dieselbe Frau: die, die alles allein macht und für alle sorgt ausser für sich.

Du weisst nicht, was davon für dich gerade dran ist? Dann melde dich, ich antworte selbst. Kontakt →

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Ich freue mich von dir zu lesen. 🦊

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