Das Jahr geht zu Ende, du sitzt am Küchentisch, die To-do-Liste vom Januar liegt daneben, und du siehst vor allem, was nicht passiert ist. Der Launch sollte noch raus, die Ziele für 2027 müssten bis Silvester stehen, und während die anderen ihre Jahresbilanz posten, fühlst du dich für dieses Jahr irgendwie zu spät dran.
Ich finde, du brauchst jetzt keinen Endspurt, sondern einen leisen Abschluss, der dich nicht noch mehr leert. Wenn du im Dezember nochmal alles mobilisierst, sitzt du im Januar mit leerem Akku vor demselben Plan wie letztes Jahr, und das kennst du vermutlich schon.
Mir helfen dafür ein ehrlicher Rückblick, ein paar Tage Pause und ein Plan für die ersten 90 Tage statt für zwölf Monate. Nimm davon, was zu deinem Dezember passt.
Warum «mehr Disziplin» dich nicht weiterbringt
Wenn du im Dezember das Gefühl hast, zu wenig geschafft zu haben, kommt meistens der Reflex: mehr planen, härter durchziehen, früher aufstehen. Für eine, die eh schon viel arbeitet, ist das das schlechteste Rezept, es bringt keinen Schritt weiter, nur einen leeren Akku fürs neue Jahr.
Weiter bringen dich drei ehrliche Antworten: Was war zu viel, was war zu wenig, was hat gepasst. Wer die hat, braucht im Januar keine Disziplinkur, weil ein Plan, der zu deinem Alltag passt, wenig Willenskraft braucht.
Teil 1: Der ehrliche Jahresrückblick, ohne dich kleinzumachen
Ein guter Jahresrückblick fängt nicht mit Zahlen an, sondern mit der Frage: Was hat mir dieses Jahr Kraft gegeben, und was hat mich leer gemacht? Schreib das in zwei Spalten. Erst danach schaust du auf die Zahlen, und mit diesem Blick verstehst du sie besser.
Eine Leserin schrieb mir mal, man solle vielleicht lieber aufschreiben, was man am Tag alles geschafft hat, statt immer nur, was noch zu tun ist. 😅 Ich finde, sie hat recht, und ich nehme noch eine dritte Spalte dazu: was du dieses Jahr gebaut hast, das man noch nicht sieht. Das Angebot, das du dreimal umgeschrieben hast, die ersten Kontakte, die Ordnung in deinen Unterlagen. Den Anlauf zählt nämlich niemand mit, ausser du selbst.
Und wenn sich beim Schreiben «Ich hab schon wieder zu wenig gemacht» reinschleicht: Der Satz sagt nichts darüber, ob du genug gemacht hast, nur etwas über deine Messlatte. Wahrscheinlich lag sie ziemlich hoch, und dein Alltag war voller, als du dir eingestehen wolltest.
Teil 2: Drei Tage Reset statt Endspurt
Statt im Dezember nochmal alles mitzunehmen, gönn dir drei Tage Reset. Tag eins ist Aufräumen: Notion, Mails, Kundinnenakten, offene Punkte. Was fertig werden kann, machst du fertig, und was warten kann, kommt auf einen Stapel mit der Aufschrift «Januar». Tag zwei ist Abschliessen: drei kleine Sachen, die du dieses Jahr noch zu Ende bringen willst, drei und nicht zehn. Tag drei ist frei, und den trägst du richtig in den Kalender ein, sonst füllt ihn garantiert jemand anders für dich. 😉
Drei kleine Abschlüsse und ein freier Tag bringen dir mehr als zehn halbfertige Aktionen. Du gehst aufgeräumt ins neue Jahr, statt mit dem Gedanken, dass da noch etwas Wichtiges liegt.
Teil 3: 90 Tage planen statt zwölf Monate
Ein Jahresplan, den du an Silvester schreibst, liegt im Februar oft schon in der Schublade. Plan deshalb zuerst die ersten 90 Tage. Such dir drei Sachen aus, die in diesen drei Monaten passieren sollen: eine, die Geld bringt, eine, die dich sichtbar macht, und eine, die dir die Arbeit leichter macht.
Lass dabei Platz für Arbeit, die schon feststeht, und für freie Tage. Der Plan darf sich ändern, wenn du mehr weisst, dafür ist er da.
Die Vorlage dazu, kostenlos
Rückblick in drei Spalten, drei Ergebnisse für drei Monate und der Sechs-Wochen-Check, alles auf einer Notion-Seite. In 25 Minuten steht dein Quartal. 90-Tage-Planung holen →
Teil 4: Nach sechs Wochen nochmal draufschauen
Nach sechs Wochen setzt du dich nochmal hin: Was funktioniert, was nicht? Wenn du dann etwas änderst, steuerst du nach, so wie beim Autofahren, wo auch niemand einmal das Lenkrad einschlägt und dann bis Ostern die Augen zumacht. 😄
Ich halte diese sechs Wochen für den wichtigsten Termin im ganzen Quartal. Ein Plan, den du nach sechs Wochen anpasst, begleitet dich weiter, statt in der Schublade zu landen.
Was im Januar anders ist
Du sitzt im Januar wieder am Küchentisch, aber diesmal liegt da keine Liste mit allem, was nicht passiert ist. Da liegt ein Zettel mit drei Sachen für die nächsten 90 Tage, und daneben die Spalte mit dem, was du letztes Jahr gebaut hast und was vorher keiner gesehen hat.
Du willst deine ersten 90 Tage nicht allein am Küchentisch sortieren?
Wer sich selbst berät, dreht sich im Kreis, beim Jahresplan besonders schön. In meiner 1:1-Begleitung schaue ich drei Monate lang von aussen auf dein Business, genau die Zeit, die du hier planst. Wenn du lieber jede Woche einen festen Ort mit anderen Frauen willst, schau dir den Hafen an. Ob das passt, klären wir im Kennenlernen. Bring mir mit, woran du festhängst.
Dein Takeaway
Drei Tage Reset statt Endspurt: aufräumen, drei Sachen abschliessen, ein freier Tag. Beim Rückblick eine dritte Spalte für das, was man noch nicht sieht. Dann die ersten 90 Tage planen, mit drei Sachen für Geld, Sichtbarkeit und weniger Arbeit, und nach sechs Wochen nochmal draufschauen.
Füchsische Grüsse,
Diana 🦊
Häufige Fragen zum Jahresabschluss im Business
Wenn dich das hier trifft, dann liest du als Nächstes:
Was, wenn ich das Gefühl habe, zu wenig geschafft zu haben?
Dann schau zuerst auf deine Messlatte und schreib auf, was du dieses Jahr gebaut hast, das man noch nicht sieht. Die Liste wird oft länger, als du denkst.
Kann ich im Dezember langsamer machen, ohne dass alles zusammenbricht?
Ja, wenn du bewusst auswählst, was wirklich noch dran ist. Drei kleine Abschlüsse bringen oft mehr als zehn halbfertige Aktionen, und der Rest wartet auf dem Januar-Stapel.
Wie plane ich 90 Tage, wenn ich schon jetzt müde bin?
Frag dich: Was schaffe ich in meinem echten Alltag, mit allem, was schon feststeht? Drei Sachen reichen: eine, die Geld bringt, eine, die dich sichtbar macht, und eine, die dir Arbeit abnimmt.
Was, wenn meine 90-Tage-Planung nach drei Wochen schon nicht mehr passt?
Dann passt du sie an, ohne dich dafür schlecht zu fühlen. Ein Plan ist eine gute Vermutung und kein Versprechen. Schau spätestens nach sechs Wochen ehrlich drauf und stell nach.
Brauche ich für so eine Planung extra Zeit oder schaffe ich das nebenbei?
Nimm dir drei Stunden am Stück, nicht zwischendurch und nicht am Handy. Drei ruhige Stunden bringen mehr als ein Plan, an dem du zwei Wochen lang zwischen fünfzehn Unterbrechungen bastelst.
Wenn du gern weiter mitlesen möchtest:
Montags schicke ich dir einen Gedanken aus meiner Arbeit und eine Anregung zum Ausprobieren. Du kannst die Mail lesen, wenn es passt, oder mir direkt darauf antworten. Zum Montags-Impuls →

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