Diana Fux
Umsetzungs-Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Warum fühlt sich mein Claim immer falsch an?

Warum fühlt sich mein Claim immer falsch an? Der Satz wackelt, weil die Entscheidung darunter noch offen ist. Mit Beweis in zwei Richtungen und einer 5-Minuten-Übung.

Dein Satz wackelt, weil die Entscheidung darunter offen ist?
In der Claim-Werkstatt sortieren wir beides in einer Sitzung. Zur Claim-Werkstatt →

In meinem Notizbuch gibt es eine Seite, die sieht aus wie ein Schlachtfeld. Angefangene Sätze, durchgestrichen. «Ich helfe dir, dein Business…», durchgestrichen. Ein Wort eingekreist, mit Pfeil zu einem anderen Wort, das auch wieder durchgestrichen ist. Ich hab in meiner Selbständigkeit mehr Claim-Versionen geschrieben, als ich zugeben mag, und bei fast jeder sass ich am Küchentisch und dachte: schon wieder klingt das nach allen anderen, nur nicht nach mir.

Kennst du das, wenn du dein Bio-Feld zum x-ten Mal öffnest, den Satz austauschst, zwei Tage später wieder draufschaust, und er fühlt sich schon wieder fremd an, oder ne. Du liegst abends im Bett und formulierst im Kopf um, und keine Version gewinnt. Ja. Dann ist dieser Artikel für dich, weil das Problem sehr wahrscheinlich gar nicht da liegt, wo du gerade suchst.

Woran es wirklich hakt

Der Markt hat für den wackligen Claim eine Standard-Antwort: formulier besser. Nimm die Formel, ich helfe X bei Y mit Z, füll die Lücken, fertig. Du hast diese Formel vermutlich schon öfter ausgefüllt, als du Kaffee getrunken hast, und der Satz blieb trotzdem fremd.

Bei mir hat sich das erst erklärt, als ich verstanden hab, was ein Claim eigentlich tut: Er sagt laut, was du vorher entschieden hast. Mehr macht der Satz nicht. Und solange unter dem Satz noch Entscheidungen offen sind, welchen Schmerz du zuerst löst, welche Frau du wirklich meinst, was du sichtbar weglässt, so lange fühlt sich jeder Wortlaut falsch an. Weil jeder Wortlaut eine der Türen zumachen würde, die du dir noch offen hältst. Der Satz wackelt, weil es darunter noch wackelt. Genau.

Der Beweis, in zwei Richtungen

Eine Kollegin aus meiner Blog-Community hat sich vor einiger Zeit radikal spezialisiert. Ein Thema, eine Leistung, der ganze restliche Bauchladen zu. Ihr Claim sitzt seitdem wie angegossen, sie erklärt in einem Satz, was sie tut, und man glaubt ihr jedes Wort.

Ich hab mich für das Gegenteil entschieden. Meine Themen sind geblieben, alle, und ich hab ihnen ein Dach gebaut, unter dem sie zusammen Sinn ergeben. Mein Satz sitzt inzwischen auch, so gut, dass ihn mir letzte Woche sogar die Google-KI wörtlich zurückgespiegelt hat, wie das ging, steht in meinem Artikel über den Google-Test.

Zwei Frauen, zwei entgegengesetzte Strategien, und beide Claims fühlen sich richtig an. Das geht nur, weil der Wortlaut gar nie die Hauptrolle gespielt hat. Wir haben beide irgendwann entschieden, sie in die eine Richtung, ich in die andere, und danach hat sich der Satz fast von allein geschrieben. Die Reihenfolge macht den Unterschied: erst die Entscheidung, dann die Worte.

Wie es sich anfühlt, wenn er stimmt

Ich weiss noch, wie meine aktuelle Zeile das erste Mal auf dem Papier stand und ich sie laut gelesen hab. Da war kein Feuerwerk, eher dieses leise Aufatmen, als ob im Kopf ein Fenster aufgeht. Der Satz war nicht schlauer als seine dreissig Vorgänger. Aber die Entscheidung darunter war endlich gefallen, und deshalb musste er nichts mehr offenhalten. Seitdem steht er überall gleich, auf der Webseite, in der Bio, im Blog, und ich hab ihn seit Wochen nicht mehr angefasst. So.

Deine fünf Minuten, heute noch

Lass den Satz in Ruhe. Nimm stattdessen ein Blatt und beantworte schriftlich drei Fragen, in ganzen Sätzen, nicht in Stichworten:

Erstens: Welchen einen Schmerz löse ich zuerst, bevor alles andere kommt? Zweitens: Welche Frau meine ich wirklich, eine konkrete, mit Gesicht, nicht eine Zielgruppe? Drittens: Was lasse ich ab jetzt sichtbar weg, auch wenn ich es könnte?

Dann, erst dann, lies deinen aktuellen Claim nochmal. Entweder klingt er plötzlich brauchbarer, als du dachtest. Oder du merkst genau, an welcher der drei Antworten er scheitert, und dann weisst du zum ersten Mal, woran du wirklich arbeitest. Das ist in fünf Minuten mehr Bewegung, als zehn neue Formulierungen bringen.

Und wenn du beim Beantworten merkst, dass du seit Monaten im Kreis schreibst und die Entscheidung alleine nicht fällt: Dafür hab ich die Claim-Werkstatt gebaut. Vier Schritte, ein Satz, der zu deiner Entscheidung passt, und ich schaue sieben Tage lang persönlich drauf.

Häufige Fragen dazu

Warum klingt mein Claim nach allen anderen?

Weil Formeln nur Lücken füllen. Solange die Entscheidungen darunter offen sind, welchen Schmerz du zuerst löst und welche Frau du wirklich meinst, produziert jede Formel austauschbare Sätze.

Muss ich mich auf ein Thema festlegen, um einen klaren Claim zu haben?

Nein. Ich kenne beide Wege: radikale Spezialisierung und das Dach über mehreren Themen. Beide Claims sitzen, weil in beiden Fällen die Entscheidung darunter gefallen ist. Der Wortlaut kommt danach fast von allein.

Woran merke ich, dass mein Claim stimmt?

Er muss nichts mehr offenhalten. Bei mir war es kein Feuerwerk, eher ein leises Aufatmen: Der Satz stand da, und ich musste ihn seitdem nicht mehr anfassen, weil er überall gleich stehen darf.

Was mache ich, wenn die Entscheidung einfach nicht fällt?

Dann fehlen meist Antworten, keine Formulierungen. Beantworte schriftlich die drei Fragen aus diesem Artikel. Und wenn du dabei merkst, dass du im Kreis schreibst, hol dir Sparring dazu, das ist keine Schwäche, das ist Abkürzung.

Füchsische Grüsse, Diana 🦊


Diana Fux, Umsetzungs-Mentorin für selbständige Frauen

Diana Fux

Ich bin Diana, Umsetzungs-Mentorin für selbständige Frauen. Ich helfe dir, Muster zu erkennen, Chaos zu ordnen und endlich umzusetzen, was du schon längst weisst.

Nicht mit mehr Theorie. Sondern mit einem ehrlichen Blick auf das, was bei dir wirklich dran ist.

Muster erkennen. Chaos ordnen. Klar entscheiden. Umsetzen.


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Was hat's bei dir ausgelöst?

Zustimmung, Widerstand, Fragezeichen, alles willkommen. Schreib mir was dich bewegt hat. Genau das macht aus einem Artikel ein echtes Gespräch.

Ich freue mich von dir zu lesen. 🦊

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