Diana Fux
Umsetzungs-Mentorin für selbständige Frauen · diana-fux.com

Ich hab immer erst aufgehört, mich zu wehren, und dann ging es.

Auf das Bauchgefühl hören, wenn der Kopf noch dagegen ist. Diana Fux über Kipp-Punkte in der Selbständigkeit.

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Du weisst seit Wochen, dass etwas nicht mehr passt. Ein Angebot, das du eigentlich nicht mehr magst, eine Zusammenarbeit, bei der du jedes Mal Bauchweh hast, ein Kanal, auf dem du dich zwingst. Und jedes Mal, wenn du kurz davor bist, es zu ändern, meldet sich dein Kopf mit einer sehr vernünftigen Liste, warum jetzt nicht der richtige Moment ist.

Die Liste stimmt ja auch. Sie ist trotzdem nicht der Grund, warum du bleibst. So.

Auf das Bauchgefühl hören ist in solchen Momenten der meistgegebene und der unbrauchbarste Rat, den es gibt, weil nie jemand dazusagt, woran du merkst, ob dein Bauchgefühl gerade recht hat oder ob du einfach müde bist.

Ich hab neulich zurückgeschaut, an welchen Punkten bei mir wirklich etwas gekippt ist, und sie lagen alle an derselben Stelle. Immer da, wo das Gefühl stärker war als der Kopf.

Woran du merkst, dass es einer von diesen Punkten ist

Es gibt einen Unterschied zwischen einem schlechten Tag und einem Kipp-Punkt, und der ist eigentlich erstaunlich gut zu erkennen, wenn man einmal weiss, worauf man schaut, oder ne.

Ein schlechter Tag ist am Wochenende halt einfach weg. Ein Kipp-Punkt ist im Januar da, im März, im Juni, und er sagt jedes Mal dasselbe. Du merkst ihn auch daran, dass du dieselbe Sache schon mehreren Leuten erzählt hast und jedes Mal denselben Satz gesagt hast. Und du merkst ihn daran, dass dein Körper früher reagiert als dein Kalender, mit Bauchweh vor bestimmten Terminen zum Beispiel.

Auf das Bauchgefühl hören heisst an der Stelle nicht, dass du spontan alles hinwirfst. Es heisst erst mal nur, dass du zur Kenntnis nimmst, was schon seit Monaten dasselbe sagt. Genau.

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Bei mir waren es vier, und alle sahen gleich aus

Der erste war ein Burnout, und mein Kopf war da ja noch voll dagegen, entschieden hat trotzdem der Körper. Daraus sind die ätherischen Öle gekommen, ganz unspektakulär und erst mal nur für mich, darüber hab ich damals ausführlich geschrieben. Danach kam das Mentoring und irgendwann ein zweites Netzwerk, und wie das zusammenhängt, steht hier.

Was ich damals nicht gesehen hab, ist ja das Muster darüber. Jede dieser vier Entscheidungen hab ich vorher monatelang mit guten Argumenten weggeschoben, und jede ist trotzdem gekommen, sobald ich aufgehört hab, mich zu wehren.

Von aussen sieht das nach vier Richtungen aus. Ich weiss ja, wie das aussieht, ich krieg es schon gesagt. Von innen war es jedes Mal dieselbe Bewegung.

Warum das Bauchgefühl schneller ist als der Kopf

Der Kopf ist halt dafür zuständig, dich abzusichern, und das macht er eigentlich ganz gut. Er rechnet mit dem, was du schon kennst, mit den Zahlen von letztem Jahr, mit dem, was die anderen sagen würden. Deshalb kommt er bei allem zu spät, wofür es noch keinen Beleg gibt.

Das Gefühl arbeitet mit dem, was du längst mitbekommen hast und noch nicht sortiert. Wie oft du an eine Sache denkst, wie du dich nach bestimmten Gesprächen fühlst, wo du dich jedes Mal wegduckst. Das sind schon Daten, sie liegen nur nicht in einer Tabelle.

Deshalb ist das Bauchgefühl in diesen Momenten selten unvernünftig. Es ist meistens einfach schneller. Genau.

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Was das ausdrücklich nicht heisst

Ich schreib das mit Absicht dazu, weil dieser Gedanke schnell missbraucht wird. Nicht jedes ungute Gefühl ist ein Signal, dass du etwas ändern musst. Manches ist halt schlicht Unlust, manches ist Angst vor dem nächsten Schritt, und manches ist einfach ein Dienstag im August. Ja.

Der Unterschied liegt in der Wiederholung. Ein Signal kommt wieder, immer an derselben Stelle, und es wird über Monate nicht leiser. Unlust verschwindet, sobald du angefangen hast. Wenn du nicht sicher bist, welches von beidem es ist, dann schreib es dir vier Wochen lang auf, das klärt sich fast von allein.

Und es heisst auch nicht, dass du mit dem Kopf brechen musst. Bei mir hat er jedes Mal irgendwann nachgezogen, er hat nur nicht angefangen. So.

Zum Mitnehmen: Ein Kipp-Punkt erkennt man daran, dass er wiederkommt und über Monate nicht leiser wird. Der Kopf hat dabei fast immer recht mit seiner Liste und trotzdem nicht die Antwort, weil er nur mit dem rechnet, was du schon belegen kannst.

Deine zwanzig Minuten für heute

Nimm dir ein Blatt und schreib oben drüber die eine Sache, um die du gerade kreist. Die, bei der du beim Lesen ja sofort gewusst hast, worum es geht.

Dann schreib darunter drei Zeilen. Seit wann sagt es dasselbe. Wem hast du es schon erzählt. Und was genau macht dein Körper, wenn es konkret wird.

Wenn alle drei Zeilen in dieselbe Richtung zeigen, dann hast du kein Gefühl, sondern eine Beobachtung über mehrere Monate. Das ist etwas, mit dem du arbeiten kannst, und es ist schon deutlich mehr, als du vorher hattest. Genau.

Häufige Fragen dazu

Soll ich wirklich auf mein Bauchgefühl hören, wenn der Kopf dagegen ist?

Wenn das Gefühl seit Monaten dasselbe sagt, ja. Der Kopf rechnet mit dem, was du schon belegen kannst, und kommt deshalb bei allem zu spät, wofür es noch keinen Beleg gibt. Das macht ihn nicht falsch, nur langsam. Zuhören heisst dabei nicht sofort handeln.

Wie unterscheide ich ein echtes Signal von normaler Unlust?

An der Wiederholung. Unlust verschwindet, sobald du angefangen hast. Ein Signal kommt wieder, immer an derselben Stelle, und wird über Monate nicht leiser. Wenn du unsicher bist, schreib es vier Wochen lang mit, dann klärt es sich fast von allein.

Muss ich dann alles umwerfen?

Nein, und das ist der häufigste Denkfehler dabei. Bei mir ist nie etwas explodiert, es hat jedes Mal einfach aufgehört, sich zu wehren, und dann hat sich der nächste Schritt ergeben. Meistens reicht eine Sache, die du anders machst, nicht der ganze Umbau.

Was, wenn ich mein Bauchgefühl gar nicht mehr spüre?

Dann geh über die Beobachtung statt über das Gefühl. Wie oft denkst du an die Sache, wem hast du sie schon erzählt, was macht dein Körper vor bestimmten Terminen. Das sind Daten, sie liegen nur nicht in einer Tabelle.

Wie lange hat das bei dir jeweils gedauert?

Länger, als ich im Rückblick eigentlich zugeben will. Jede der vier Entscheidungen hab ich vorher monatelang mit guten Argumenten weggeschoben. Schnell ging es immer erst ab dem Moment, in dem ich aufgehört hab, mich zu wehren.

Wenn du da nicht allein draufschauen willst

Solche Sachen sortiere ich mit Frauen jeden Mittwoch in der Business-Kaffeeküche, meistens reicht dafür eine halbe Stunde und jemand, der nachfragt.

Und wenn bei dir gerade nicht ein Punkt kreist, sondern gleichzeitig alles unsortiert ist, dann fang beim Business-Fundament an. Zehn Tage, eine Aufgabe pro Tag, kostenlos per Mail.

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Füchsische Grüsse, Diana 🦊


Diana Fux, Umsetzungs- und Mut-Mentorin für leise und vielseitige Frauen

Diana Fux

Ich bin Diana, Umsetzungs- und Mut-Mentorin für selbständige Frauen. Du kannst dein Fach, und trotzdem hängt es an einer Stelle. Du bist halt einfach zu nah dran.

Du machst schon viel. Ich schaue von aussen drauf und sage dir, was davon wirklich trägt, statt dass du noch mehr vom Falschen tust. Hier stehen Beiträge übers Business und Beiträge über Haare und Öle. Das ist kein Durcheinander, das ist dieselbe Frau: die, die alles allein macht und für alle sorgt ausser für sich.

Du weisst nicht, was davon für dich gerade dran ist? Dann melde dich, ich antworte selbst. Kontakt →

Muster erkennen. Chaos ordnen. Klar entscheiden. Umsetzen.


Was hat's bei dir ausgelöst?

Zustimmung, Widerstand, Fragezeichen, alles willkommen. Schreib mir was dich bewegt hat. Genau das macht aus einem Artikel ein echtes Gespräch.

Ich freue mich von dir zu lesen. 🦊

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