Der Tag ist vorbei. Der Kopf hat es nur noch nicht gemerkt.
Es ist halb elf, das Handy liegt schon auf dem Nachtkästchen, das Licht ist aus, und in dem Moment, in dem eigentlich Ruhe sein sollte, geht es erst richtig los. Die Mail von heute Nachmittag, die ich noch nicht beantwortet habe. Der Satz, den ich in dem Gespräch hätte sagen sollen. Die Rechnung, die ich morgen schreiben muss. Alles auf einmal, in voller Lautstärke, in einem dunklen Zimmer.
Und dann liegt man da und rechnet aus, wie wenig Schlaf noch bleibt, wenn man jetzt sofort einschläft. Was natürlich niemals passiert.
Im Herbst und Winter wird das bei mir schlimmer, und ich glaub, das liegt nicht mal am Kopf. Es liegt daran, dass es um vier schon dunkel ist und der Abend dadurch doppelt so lang wird. Man sitzt gefühlt seit Stunden im Dunkeln, aber der Körper hat keinen einzigen Übergang bekommen, an dem er merken könnte: so, Feierabend.
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Das Problem ist nicht der Abend, es ist der fehlende Übergang
Ich hab lange gedacht, ich müsste abends einfach früher aufhören. Also Laptop zu um sieben, und dann? Dann sass ich um sieben mit demselben Kopf auf dem Sofa, nur ohne Bildschirm davor. Der Kopf war ja nicht müde, der war noch mitten im Tag.
Was sich bei mir tatsächlich geändert hat, war nicht die Uhrzeit. Es war, dass ich angefangen hab, dem Abend eine Kante zu geben. Irgendetwas, das jeden Tag gleich abläuft und das mein Körper nach ein paar Wochen als Signal liest. Nicht weil das magisch wäre, sondern weil er halt einfach auf Wiederholung reagiert und nicht auf gute Absichten.
Und genau da kommen bei mir die Öle rein. Nicht als Mittel gegen irgendwas, sondern als der immer gleiche Geruch, der zum immer gleichen Moment gehört.
Wie mein Abend aussieht, ganz unspektakulär
Es ist wirklich wenig, und das ist Absicht. Alles, was aufwendig ist, mache ich im Januar nicht mehr.
Zwanzig vor zehn, Diffuser an. Er steht im Schlafzimmer, nicht im Wohnzimmer, weil das der Raum ist, in dem der Abend endet. Lavendel, meistens. Wenn ich keine Lust auf Lavendel hab, Bergamotte. Der Punkt ist nicht das Öl, der Punkt ist, dass er läuft, bevor ich reingehe, und der Raum schon anders riecht als der Rest der Wohnung.
Zähneputzen, und dabei ein Tropfen auf die Handgelenke. Verdünnt, nicht pur. Ich mache das beim Zähneputzen, weil Zähneputzen sowieso passiert. Ich muss mir nichts Neues merken, ich häng es an etwas Altes.
Handy bleibt draussen. Ja, ich weiss, das steht in jedem Artikel. Es ist trotzdem der Teil, der bei mir am meisten ausmacht, und es ist auch der Teil, an dem ich am häufigsten scheitere.
Das war es. Drei Sachen, zwei davon dauern zusammen keine zwei Minuten.
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Warum die Flasche auf dem Nachtkästchen steht und nicht im Schrank
Das ist die eine Sache, die ich jeder sagen würde, die sagt, sie hätte Öle zu Hause und benutze sie halt einfach nicht.
Bei mir stand das Zeug jahrelang in einer schönen Holzkiste im Badezimmerschrank. Sortiert, ordentlich, und ungefähr dreimal im Jahr aufgemacht. In einer Kiste im Schrank hat noch nie ein Öl irgendjemandem etwas gebracht, weil es dort niemand rausholt, wenn es halb elf ist und man müde ist.
Jetzt steht die Flasche, die ich abends nehme, auf dem Nachtkästchen. Sichtbar, unordentlich, direkt neben der Lampe. Und genau deshalb wird sie benutzt und irgendwann auch mal leer.
Das ist überhaupt die Regel, an die ich mich bei allem halte: die Flasche muss dort stehen, wo der Moment stattfindet. Sonst passiert es nicht, egal wie gut der Vorsatz war.
Was ich in den ersten drei Wochen anders gemacht hätte
Ich hab am Anfang zu viel gewollt. Abendritual, Morgenritual, Diffuser in drei Räumen, eine Liste mit Anwendungen. Nach zwei Wochen hab ich nichts mehr davon gemacht, weil es zu viel war, um es nebenbei durchzuhalten.
Wenn ich nochmal anfangen würde, würde ich es so machen: ein Öl. Eine Anwendung. Drei Wochen lang, jeden Abend, immer am selben Punkt. Und erst danach überhaupt darüber nachdenken, ob noch was dazukommt.
Wer mit weniger anfängt, bleibt eigentlich länger dabei als wer gleich alles auf einmal will. Genau.
Was ich dazu ausdrücklich nicht sage
Damit es gesagt ist: ich bin Markenpartnerin, ich empfehle, und an Empfehlungen verdiene ich mit. Was ich weitergebe, kommt aus Kursen und Workshops, aus den Büchern, die hier im Regal stehen, und aus ein paar Jahren eigenem Ausprobieren. Was ich dir nicht abnehmen kann, ist der Blick auf deine eigene Lage: nicht jedes Öl ist für innerlich gedacht, mit Kindern im Haus, in der Schwangerschaft oder mit Tieren gelten andere Regeln, und wer Medikamente nimmt, klärt das bitte ab. Beim Sortieren helf ich dir gern, entscheiden musst du selbst.
Ich beschreibe hier, was ich selbst mache. Ich sage nicht, wogegen etwas hilft, und ich gebe keine Anwendungsempfehlung. Das gehört zu Menschen mit medizinischer Ausbildung, und ich habe keine.
Was ich sagen kann: Öle sind hochkonzentriert, und hochkonzentriert heisst kleindosiert. Mehr ist hier eher schlechter, nicht besser. Auf die Haut kommt bei mir nichts pur, sondern verdünnt in einem Trägeröl.
Und wenn du schlecht schläfst und das länger so geht, dann ist das eine Sache für jemanden, der das fachlich beurteilen kann. Nicht für ein Fläschchen und auch nicht für mich.
Zum Mitnehmen:
Der Abend braucht eine Kante, an der der Körper merkt, dass der Tag vorbei ist. Häng die Anwendung an etwas, das sowieso passiert, und stell die Flasche dorthin, wo der Moment stattfindet. Ein Öl, eine Anwendung, drei Wochen.
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Häufige Fragen zum Abendritual mit ätherischen Ölen
Welches Öl nimmst du am Abend?
Meistens Lavendel, manchmal Bergamotte, wenn ich keine Lust auf Lavendel habe. Das ist meine eigene Auswahl und keine Empfehlung. Wichtiger als das Öl ist, dass es jeden Abend dasselbe ist, weil der Körper auf Wiederholung reagiert.
Wie lange dauert es, bis so ein Ritual etwas bringt?
Bei mir hat es ungefähr drei Wochen gedauert, bis der Ablauf von allein lief und ich nicht mehr überlegen musste. Deshalb würde ich mit genau einer Anwendung anfangen und erst danach überlegen, ob etwas dazukommt.
Diffuser oder auf die Haut?
Bei mir beides, aber unterschiedlich. Der Diffuser läuft im Schlafzimmer, bevor ich reingehe, damit der Raum schon anders riecht. Auf die Haut kommt nur verdünnt etwas in ein Trägeröl, nie pur.
Warum schlafe ich im Winter schlechter ein?
Ich kann dir nur sagen, wie es bei mir ist: es wird um vier dunkel, der Abend wird dadurch gefühlt doppelt so lang, und der Körper bekommt keinen einzigen Übergang mehr, an dem er Feierabend erkennen könnte. Deshalb baue ich mir einen.
Ich habe Öle zu Hause und benutze sie trotzdem nicht. Woran liegt das?
Meistens daran, wo sie stehen. Bei mir standen sie jahrelang ordentlich sortiert in einer Kiste im Badezimmerschrank und wurden dreimal im Jahr aufgemacht. Seit die Abendflasche auf dem Nachtkästchen steht, wird sie auch leer.
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Im Selbstfürsorge-Blog sammle ich alles, was mit Ölen, Haaren und kleinen Ankern im Alltag zu tun hat. Kein Business, keine Strategie.
Füchsische Grüsse, Diana 🦊


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